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6o Fr. Wie bist du gerecht vor Gott?

Antw. Allein durch wahren Glauben an Iesum Christum, als» daß, ob mich schon mein Gewissen anklagt, daß ich wider alle Gebote Gottes schwer gesündiget und derselben keines nie gehalten habe, auch noch immerdar zu allem en geneigt bin, doch Gott, ohne allen mei­nen Verdienst, aus lauter Gnade, mir die voll­kommene Genugthuung, Gerechtigkeit und Hei­ligkeit Christi schenket und zurechnet, als barte ich nie keine Sünde begangen, noch gehabt, und selbst allen den Gehorsam vollbracht, den Christus für mich hat geleistet, wenn ich allein solche Wohlthalen mit gläubigem Herzen annehme.

61. Fr. * Marum sagst du, daß du allein durch 'den Glauben gerecht seyest?

Antw. Nicht, daß ich von wegen der Wür­digkeit meines Glaubens Gott gefalle, sondern darum, daß allein die Genugthuung, Gerech. tigkeit und Heiligkeit Christi meine Gerechtigkeit vor Gott ist, nnd ich dieselbe nicht anders, denn allein durch den Glauben, annehmen und mir zueignen kann.

62 Fr. Warum können aber unsere guten Werke nicht "die Gerechtigkeit vor Gott, ode-- ein Stuck dersel. den, seyn?

Antw. Darum, daß die Gerechtigkeit, so vor Gottes Gerichte bestehen soll, durchaus vollkommen und dem göttlichen Gesetze ganz gleichförmig seyn muß, und aber auch unsere beßten Werke in diesem Leben alle unvollkom­men, und mit Sünden befleckt sind.

6£, Fr.