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105. Redet doch dleß Gebot allein vom Tödterr?

Antw. Es will uns aber Gott durch Ver- -ietung des Todtschlags lehren, daß er die Mur- zel des Todtschlags, als Neid, Ha^ Zorn, Rach­gierigkeit hasset, und daß solches alles vor ihm ein heimlicher Lodschlag sep.

lo7. Fr. Ists aber damit genug, daß wir unfern Nächsten, wie gemeldt, nicht tödten?

Antw. Nein; denn indem Gott Neid, Haß/ und Zorn verdammt, will er von uns haben, daß wir unfern Nächsten lieben als uns selbst, gegen ihn Geduld, Friede, Sanftmuth, Barm­herzigkeit und Freundlichkeit erzeigen, seinen Schaden, so viel uns möglich ist, abwenden, und auch unfern Feinden Gutes thun.

Lo8 Fr. * Was will das siebente Gebot?

Antw. Daß alle Unkeuschheit von Gott ver- maledeiet sey, und daß wir darum ihr von Her­zen feind seyn, und keusch und züchtig leben sollen, es sey im heiligen Ehestand, oder ausserhalb desselben.

109. Fr. Verbeut Gott in diesem Gebote nicht mrhr, denn Ehebruch und dergleichen Schanden?

Antw. Dieweil beide, unser Leib und Seele, Tempel des heiligen Geistes sind: so will er, daß wir sie beide sauber und heilig bewahren; verbeut derohalben alle unkeusche Thaten, Geber­den, Worte, Gedanken, Lust, und was den Menschen dazu reizen mag.

110. * Was verbeut Gott im achten Gebote?

Antw. Er verbeut nicht allein den Dieb­stahl und Räuberey, welche die Obrigkeit straft,

sondern