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Hautbeutel, welche das Männchen an den Seiten hat, und ^ die Flügelchen von braunen Federn, welche darüber liegen und sich anfrichtcn lassen. Es findet sich in ganz Nordamerika und lebt am liebsten von Beeren, im Winter von Knospen und Eicheln.
Der Waschbär (Ursa« lotoy) hat s.-incn Namen von seiner Gewohnheit, alle Speisen, ehe er sie verzehrt, ins Wasser zu tauchen. Es gibt in Amerika 2 einander sehr ähnliche Arten, die nord- und die südamcrikanischc. Er ist etwas kleiner als ein Dachs. Den Tag über liegt er still in hohlen Bäumen und geht nur heraus, wenn es trüb ist; in der Nacht hingegen wandert er umher, um seine Nahrung zu suchen, welche in allerlei Früchten besteht; auch stellt er den Vogelnestern nach und würgt die Hühner ohne alle Barmherzigkeit. Bei stürmischem Wetter, und besonders wenn es schneit, kann er eine ganze Woche in seinen: Neste liegen, ohne zu fressen. Wenn er, im Freien angetroffen, auf einen Baun: klettert, so pflegt ihm der Jäger nachzuklettcrn und ihn herabzuschütteln, worauf er von den Hunden todtgebissen wird. Aus seinen Haaren inacht man Hüte. Man kann ihn zu einem Hausthier machen, nicht aber ihm das Rauben abgewöhnen. Die Hühnerställe, wie auch Zucker und andere Süßigkeiten kann man nicht sorgfältig genug vor ihm verwahren.
Hinter dem Schilf sicht man eine Wasserbanane (Urania) hcrvorragen, eine baumartige Pflanze, welche gerne im sumpfigen Boden wächst. Die Blattschcidcu sind immer voll Wasser, welches von dem Thau herkommt, der sich aus den großen Blättern niederschlägt und hcrabläust. Deswegen . schneiden die durstigen Reisenden den Blattstiel dieser Pflanze ei», um Wasser zu bekommen.
Links. Das Thier im Vordergrund auf dein Baumstamin ist der große A in eisen bär (l\Iyrmecopha«-a jubata), welcher freilich etwas größer dargestellt seyn dürfte. Er ist nämlich so groß wie ein Flcischcrhund, mit dem Schwanz zuweilen. 8' lang, und sehr stark. Dabei ist er aber ein ganz Harm-' loses Thier, schläfrig und langsam, so daß man ihn im Schritt einholen kann, und ohne Zähne. Er frißt nur Ameisen und ihre Larven. Um sich dieselben zu verschaffen, wühlt er mit den Vorderklauen die Haufen auf, streckt die l 1 // lange Zunge unter die von allen Seiten herbeiströmcnden Insekten, und zieht sie mit solcher Geschwindigkeit wieder zurück, daß er keine Sekunde zu einem Fang braucht. Auf diese Weise vertilgt er unzählige Ameisen- und Termitenhanfen. Sein Fleisch wird von Negern und Indianern gegessen. Er lebt im heißen Anierika; doch ist er in den bewohnten Gegenden fast ganz ausgcrottet.
Der amerikanische Tiger oder Jaguar (Felis onza) findet sich im ganzen heißen Amerika und ist das größte und gefährlichste Raubthier in diesem Welttheil. Gewöhnlich ist er 4' lang, doch gibt es auch solche, welche 6' lang sind. Die Farbe des Fells ist nicht immer dieselbe; es gibt sogar ganz schwarze, jedoch sehr selten. Nimmt er eine Beute wahr, so nähert er sich mit unglaublicher Vorsicht und Geduld, windet sich, wie eine Schlange, auf dem Boden hin, hält Minuten lang still und macht nöthigeufalls weite Umwege, um nicht bemerkt zu werden; dann macht er einen, selten zwei Säße, drückt das Thier zu Boden ,, reißt ihm den Hals auf und trägt es strampelnd im Maul davon ins Dickicht. Hat er seinen Sprung verfehlt, so geht er wie beschämt weiter. An Stiere wagt er sich selten. Von 2 zusammengekoppelten Pferden tödtcte er das Eine und schleppt es trotz des Sträubens des andern mit diesem in den Wald. Kleinere Thicre verzehrt er sogleich mit Haut und Haar; von größeren frißt er sich satt und schläft danw in der Nähe in: Walde; des Abends und des Morgens zehrt er sodann noch einmal davon, den Nest läßt er den Geiern. Diejenigen, welche sich in bewohnten Gegenden aufhalten, verlieren die Scheu vor den Menschen, und hat einer einmal Men- schensteisch gekostet, so stellt er den Menschen nach. Man behauptet, daß er den Neger den: Weißen vorziche, und der letztere hält sich daher für ganz sicher, wenn er die Nacht mit Schwarzen zubringt. Schildkröten löst er sehr geschickt aus ihrer Schale. Auf Fische lauert er wie eine Katze, am Ufer, thnt dann einen Schlag mit der Pfote ins Wasser und wirft den Fisch heraus. Er schwimmt über die breitesten Ströme, und man bat Beispiele, daß er gereizt in die Kähne sprang. Es gibt Jäger, welche den linken Arm mit einem Schaasfell umwickeln und mit einen: 2' langen Dolch und einigen Hunden auf ihn losgehen. Während ihn die Hunde beschäftigen, reizt ihn der Jäger mit Worten und Gebärden. Plötzlich springt der Jaguar auf ihn los, richtet sich auf wie ein Bär und öffnet brüllend den Nachen. In diesem Augenblick hält der. Jäger den umwundene» Arm den Tatzen entgegen und stößt ihn: den Dolch in die linke Seite, worauf er stürzt und von den Hunden überfallen wird. War aber die Wunde nicht tödtlich, so steht er mit Blitzesschnelle auf, greift wieder an und bekommt den zweiten Stich. Ein Indianer erlegte auf diese Weise über 100 Jaguare, blieb aber endlich doch
auf den: Platze. Sonst wird der Jaguar auch mit, Lanzen erstochen oder in Fallen gefangen.
Links unten ist eine S u in pfschil d krö t e (Emys) ab- gcbildct. Eine Art derselben, welche Arrau heißt, lebt an dem Ufer und den Inseln des Orenoko in unermeßlicher Menge. Auf eine dieser Inseln kommen alljährlich in: April einige 100 Indianer, um die Eier, welche größer als Tauben- cicr sind, zu sammeln. Die Schildkröten kommen des Nachts zu Tausenden an das sandige User und machen mit den Nägeln der Hinterbeine Gruben, so dicht beisammen, daß das ganze Ufer durchwühlt wird; sodann legen sie ihre Eier, jede ungefähr 100, hinein und scharren sie zu. Die Indianer thci- len den Strand in Felder, welche die einzelnen Stämme aus- zubcnten haben. Ein Acker von 100' Länge und 30' Breite liefert 100 Krüge Oel. Die ausgescharrtcn Eier werden in Wassertröge geworfen und zerbrochen. So der Sonne aus- gesetzt schwimmt der Dotter oder das Oel oben auf, wird abgeschöpft und, damit es sich länger hält, gekocht. Es wird als Speise- und Brennöl gebraucht. Obgleich auf diese Weise jährlich viele Millivncu Eier zerstört, dann noch eine Menge zertreten oder frisch gegessen, viele Schildkröten von Jaguaren, Krokodilen, Raubvögeln zerrissen werden, wimmelt dennoch das Ufer des Orenoko von Schildkröten.
Auf dem vorder» Baume sind 2 rothe Aras (Psitta- cus macao.) Der Ara oder Arara ist eine Zierde der Urwälder; doch wird er an: Orenoko von den Indianern auch auf den Hühnerhöfeu gehalten. So laut sie sonst iinmcr schreien, so verhalten sie sich doch, wie andere Papageien, ganz still, sobald sic sich auf einem Baun: mit Früchten befinden; man erkennt aber ihr Daseyn an den: Herabfalleu der anfgebisscnei: Frnchthülscn. Nie sieht man sie einzeln, i'.umer nur paarweise. Ein Reisender schoß einmal einen nicht weit von der Hauptstadt von Paraguay und band ihn hinter sich aufs Pferd. Da folgte ihn: ein anderer bis in die Mitte der Stadt und stürzte sich in: Hof auf den tobten Vogel. Mehrere Tage saß er auf der Mauer, später auf dem Boden neben seinem tobten Kaineraden, und ließ sich fangen. Er lebte dann gezähmt in den: Hanse.
Weiter hinten steht eine stach lig t e Wein Palme l akainütia. aouleata), welche sich in Brasilien an sumpfigen Oertcrn truppweise findet. Der Saft, welcher durch Einschnitte in den Stanrn: gewonnen wirv, schmeckt wie Wein. Die Früchte sind wie ein Hühnerei und haben ein säuerlich süßes Fleisch.
Rechts. Der amerikanische Strauß (8t,-utl>io UI,ea) findet sich in Südamerika bis zur magellanischen Meerenge. In Brasilien heißt er Nandu, bei den Portugiesen Ema. Wenn er den Hals gerade aufrecht hält, so reicht er einem Mann bis an den Scheitel. Er nährt sich von Blättern, Beeren, Früchten, Jnsccten und Schlangen. Das Weibchen legt in eine flache Vertiefung 30 —60 Eier, wovon mehrere unbebriitet liegen bleiben und nachher zerbrochen werden, damit die Jungen sogleich.Mücken zu sangen bckoiniucn. Man jagt sie zu Pferd, sie werden aber schwer cinacholt, da sie bei günstigen: Winde durch ihre Flügel, welche sie wie Ruder und Segel gebrauchen, gefördert werden. Ihre Federn dienen als Zierrath, das Fleisch der Jungen ist wohlschmeckend, ihre Eier sind sehr nahrhaft; man soll 36 Hühnereier in die Schale eines Straußeneis anslceren können.
Die Gürtelthiere oder Ariuadille haben einen Panzer von knochenartigeu Täfelchen, welche in der Mitte des Leibes bewegliche Gürtel bilden. Es gibt solche, welche sich zusam- menrollen können, so daß Kopf und Füße in: Panzer verborgen sind. Das gemeine oder schwarze Gürtelt hi er „ (ßasypus novcmcinctus), welches hier abgebildct ist, kann sich nicht zusammenkngeln. Es lebt in: heißen Amerika, na- mentlicb zahlreich in Brasilien, wo mau es Tatu nennt. Seine Nahrung besteht aus Pflanzen und Jnsccten. Sein Fleisch ist sehr beliebt; es wird in: Panzer selbst geröstet, nachdem es zuerst zerschnitten worden. Wenn cs verfolgt wird, so gräbt es sich schnell in die Erde, und man ist nicbt im Stande, cs am Schwänze hcrauszuzichen, sondern muß es ausgrabcn.
Der Tapir (8»s tapirusss lebt im heißen Amerika und hat so ziemlich die Größe eines Eckels. Ein altes Männchen, welches gemessen wurde, war 73" lang, 42" hoch. Seinen 3 Zoll langen Rüssel kann er sehr leicht hin und herbcwegcn. Er schwimmt über die größten Flüsse. Obgleich er sehr furcht, san: ist, läßt er sich doch jung gefangen leicht zähmen, wird ganz zutraulich und läßt sich gerne kratzen. In den Zuckcr- und Melonenfeldern richtet er viel Schaden an. Man jagt ihn mit Hunden oder schießt ihn auf dem Anstand. Das Fleisch wird gegessen; aus der Haut macht nran Schuhe.
Tafel XXVI.
Links. Wir sehen hier ein beladenes Lama, von einem Einge- bornen geleitet. Dieses Thier (Cnmelus lama), auch peruanisches Schaf genannt, ist so groß als ein Hirsch; für die Bewohner von Peru ist cs so wichtig, als das Rennthier für die Lappländer. Es ist äußerst gutartig und lenksa»:, begnügt sich mit den Kräutern, die es auf den: Felde findet, und nützt den: Menschen theils durch seine Wolle und sein

