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ten, in der Komposition und in der Ausführung, ebenso viele Anlagen und Studien erfordert, als die Kunst Verse zu machen oder die der Malerei — und dieß ist Wohl das Wenigste, was man ihr einräumen kann — nehmen wir ferner diese unbestreitbare und fast schon abgedroschene Wahrheit an, daß die Werke des Genius stets mehr oder weniger die Individualität ihrer Verfasser abspiegeln; fügen wir überdies hinzu, daß diese Gattungen und Style in genauester Wechselbeziehung zu einander stehen, und daß dieselben moralischen Kräfte in allen Sphären der Poesie walten, und fragen wir uns hernach, welche außerordentliche Erscheinung ein Genius sein muß, der alle Gattungen des musikalischen Kunstgebietes aufs vollendetste repräsentirt, der ebensowohl im kirchlichen, tragischen, epischen, elegischen, als im komischen, lyrischen, erotischen und volksliedartigen glänzte, und in Allen: als Muster gelten kann.
Scheint es nicht in der That, als ob ein solcher Genius alle Gesetze überschreite, welche die Classificirung der Intelligenzen und Talente regeln, und daß dies nur durch die sicherste göttliche Inspiration möglich werden könne? Muß nicht ein solcher außerordentlicher Mensch eine göttliche providenzielle Mission auf Erden zu erfüllen haben? Könnte er in einem anderen Zeittaume diese Mission antreten, als in demjenigen, den ihm die Vorsehung anwies? In welcher Epoche müßte der Musiker geboren werden, welcher der Musik ihre definittve Constitution geben sollte? In der Epoche, in welcher die Elemente dieser Kunst, welche den di- vergirenden Linien des Fortschrittes gefolgt waren, gehörig vorbereitet und hinreichend gereift waren, um aus dem Zustande der Vereinzelung in den der Vereinigung überzugehen. An welchem Orte mußte er geboren werden? Die Wahl des Ortes war auf Italien und Deutschland beschränkt. Ueberall sonst wäre Mozart's

