Prüfung der Grundsätze rc. 29
allen seinen anerschaffenen in ihm gegründeten Trieben, laßt sich doch nicht aus den Kräften der Materie erklären. Aus allen möglichen Zusammensetzungen dieser Kräfte entsteht nichts Selbstbewußtst!)«, Urtheilskraft, Verstand, Vernunft, Gedächtnis', Einbildungskraft, rc.
Hier fallt es unfern mechanischen Philosophen schwer, dies unbekannte Etwas mit der großen Weltmaschine, mit Materie und Kraft, in Einklang zu bringen. Leibnitzens Monaden- Lehre, und seine vorherbestimmte Harmonie, wurden bald mit Recht als unstatthaft verworfen. Es blieb also anders nichts übrig, als man mußte entweder annehmen, daß die Seele des Menschen, durch das unbegreiflich wunderbar gebaute Gehirn aus den Naturkräften gebildet, und also doch ein Resultat der körperlichen Natur und ihrer Kräfte sey, daß sie also auch mit dem Tod aufhöre. Oder man setzte vest, die menschliche Seele sey ein unmaterielles, für sich zwar bestehendes Wesen, das aber nur blos durch den Körper, mit dem cs verbunden ist, würken, ohne ihn aber feinen Einfluß auf Dinge außer sich haben könne.
Diese letztere Meynung ist unter unser» heutigen Aufgeklärten die Allgemeinste. Hier- aus ziehen sie nun nachstehende Folgen
§. 43.
Der menschliche Geist ist nickt Materie, er kann also auch keine Kräfte haben, die der Materie zukommen; er kann keinen Raum einneh- mcn, kann außer seinem Körper nicht auf an-
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