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7. DaS christliche Nom, oder die sich so nennende christliche römische Monarchie war ein eben so bitterer, obwol verschmitzter und verborgener Feind des Israels nach dem Geist, und bemühte sich von jeher mit aller Macht die wahre Kirche Christi durch Aufrechthaltung des Namenchristenthums zu ersticken.
Die zehn Hörner sind wohl unfehlbar die Zehn in NebucadnezarS Traumbilde, Dan. 2, 42. Die verschiedenen Reiche, in welche der grosse römische Koloß endlich zerfiel, und die von da an, doch unter allerlen Abwechselungen, sich als souveraine Mächte erhielten. Sie «der namentlich aufzuzahlen, möchte eben wegen der Unbeständigkeit, bald Erweiterung, bald Verengerung ihrer Regierungsgränzen, schwer seyn. Hier erscheinen sie noch ohne Kronen, nicht alö selbstständige Reiche, sondern nur noch als römische Provinzen. Die Kronen bekommen sie erst nachhin, K. 13, 1.
Durch Gottes Macht (so mag Michael am ungekünsteltesten gedeutet werden) ward das Heidenthum vom Thron gestürzt; durch Gottes Macht unter Mitwirkung der hiezu gewählten Werkzeuge der treuen Diener Gottes. Christus bleibt immer der Ausführer aller Rathschläge GocteS, und in so weit ist er auch unter dem Bild Michaels verborgen.
Der Streit ist vorgestellt, als fiel er im Himmel vor. Nämlich was hier auf Erde geschieht, das geschieht unmittelbar vor Gottes Augen, und vor seinem Thron. Im Himmel wird das L006 aller Dinge entschieden, sie mögen Vorgehen wo sie wollen. Der Streit becrift überdaS die Kirche Christi, und diese als die wahre Kirche kommt in diesem Buch vielfältig als der Himmel vor, im Gegensatz gegen die fleischliche geistlose Namenkirche, welche oftmalen die Erde heißt, da hier die Irrdischgesinnten wohnen, in der wahren Kirche aber die Himmlischgesinnten.
Der Streit ist zwischen Christenthum und Heidenthum. Auf Seite des Christenthums streiten Gott, Christus, und alle getreue Diener Gottes. Diese streiten mit Beten und Flehen, das sind die Waffen der Christen, Christus aber in der Macht Goctes. So ist er Michael.^ Auf Seite des Heidenthumö fechten der rothe Drache, die heidnische Weltmacht mir allen Heidnischgesinnten; sonderlich solchen die an der Regierung Anrheil haben. Die streiten mit irdischen Waffen. r
Der rothe Drache wird endlich überwunden, und vom Himmel :|l% gestürzer. f Die Kirche wird seiner Tyranney entlediget, indem durch j| ^ Gottes Fügung der Christenfreund Konstantin auf den römischen ^ Thron erhoben wird. Buchstäblich überwindet er endlich seine Geg- M h nec und Rivalen den GaleriuS und Ma^entiuS, und wird Meister m ^
über das ganze römische Reich. Jetzt ist das Heidenthum vom Thron m ^
gestürzet, und kommt nicht mehr darauf. Die Regierungöämtee werden nach und nach alle den Heiden abgenommen, und gehen in die Hände der sich so nennenden Christen über.
Der rothe Drache heißt hier V. io. der Verkläger der Brüder, der sie verklagete vor Gott Tag und Nacht. Die Heiden hatten Unaufhörlich zu klagen gegen die Christen. Ihrer Lästerungen und

