lio RapLtel *4, Vers 7. 8.

Alle die diese Wahrheit angenommen, nicht mit dem Maul, son­dern aufrichtig und herzlich, die waren vom Herrn angenommen,, und als die feinigen anerkannt, und wurden zu solchen, zu Kindern Gottes innerlich durch den in ihren Seelen wirkenden Geist Gottes, wiedergeboren; und sie brauchten weiter nichts zu thun, als in die­sem Glauben, der sich gewiß durch die Liebe thätig erweisen würde, getreu zu verharren. So wuchsen sie, nahmen zu, und wurden endlich gcheiliget, und zur innigen Gemeinschaft mit Gott, die in. alle Ewigkeit fortwahren wird, tüchtig gemacht.

Da6 heißt das Wort an Jesum glauben, schriftmäßig verstanden. Die grosse Frage war: Ist Jesus von Nazareth der verheissene Mes­sias, oder ijt ers nicht? Der längst erwartete SegenSbringer, der. versprochene Schlangenkopfzertreter, der DavidSsöhn, oder nicht? Die, welche ihn dafür erkannten, und mit einem sich unterwerfen­den Sinn ihn in diesem Characrer annahmen, die waren es, die an ihn glaubten. Das ganze neue Testament bestätiget diesen Begriff -es Worts: an ihn glauben.

Nun aber bleibt der Herr unwandelbar der nämliche. Er ändert die Bedingnisse unseres Heils, und unserer Gnadenannahme nicht. Unrer der nämlichen Bedingniß, unter welcher er je einen als den feinigen angenommen, und anerkannt, unrer eben dieser Bedingnist nimmt er noch alle an, die zu ihm kommen, und keiner wird von ihm ausgestossen, Hebr. iZ, 8. Joh. 6, 37. siehe das Bekenntniß der ersten Jünger, Joh. i, 4151. Math. 16, 16. ^ f

Niemand harre ein Recht dieses Heilebedingniß zu andern, und zu diesem neue HeilSb.edingnisse hinzu zu setzen. Die Kirchen, dis dieses gerhan haben, sind eben hiedurch vom Herrn abgewichen, und haben sich einer ancichristischen Herrschaft über die Seelen ange- masset.

Das Evangelium, daö sie so predigten, ist nicht daö ewige Evan­gelium, das je und allezeit gilt, gegolten hat, und gelten wird, son­dern es ist recht eigentlich ein zeitliches und unbeständiges Evange­lium. Wir können meist den Tag, wenigst das Jahr sagen, wann so und so ein Glaubensartikel angefangen hat, ein Glaubensartikel, und anmit ein nochwendigeö Heilebedingniß zu seyn. Den Tag zu­vor, oder das Jahr zuvor, ehe die Kirche ihr Orakel gab, war es lediglich eine Meinung der Gocteögelehrren, welchen andere. GotteS- gclehrcen gemeiniglich widersprachen, und ohne sein Heil in Gefahr zu sttzen, durfte man dieser oder jener Meinung zugethan seyn, jg welche einen die wahrscheinlichste zu seyn bedünkce. So zeichnen sich diese Kirchenevangelien von dem wahren ewigen Evangelium als nicht ewig, sondern zeitliche Evangelien charakteristisch aus.

Die Apostel wußten von keinem anderen, als dem ewigen Evan­gelium. Wer den Herrn Jesum als den verheissenen Meßias an­erkannte, und sich so ihm zu unterwerfen willens war, der war ein Bruder in Christo, der war ein Christ, und da hinderte nichts mehr, daß er nicht durch die Taufe feyerlich dazu eingeweihet solte werden, Apostelg. 8 , 36. Und der Rammerer sprach: Siehe da ist Wasser. Was hinderts, daß ich mich taufen lasse?