^ - i; '

Das tausendjährige Reich. rZA

ob hier ein leibliches Gericht nach der Art, wie es in unseren Gerichts­höfen üblich ist, werde gehalten werden, und die alten Martnrer in ihren ehemaligen Leibern persönlich werden auferstehen. Beydes wird auch nicht ausdrücklich behauptet, ja werden vielmehr Dinge be­hauptet, die diesem roben Begriff gerade zu zu widersprechen scheinen. Die Seelen heißt, der Enthaupteten lebten und regierten mit Christo tausend Jahre Dies scheinr also offenbar eine Auferstehung im Geist zu seyn, wie iene Auferstehung des Eliaö war, der nach den alten Weissagungen vor der Ankunft des Meßias wieder erscheinen soite, und in der Person Johannes des Täufers im Geist wirklich erschienen ist, als welcher ein Mann war ganz im Geist Elias, ein Eiferer für Gott, und ein unerschrockener Bekenner der Wahrheit. Die Juden aber in ihrer rohen Erwartung einer persönlichen Wie­dererscheinung des EliaS mißkannren ihn, und thaten ihm, wie eS ihnen beliebte, Math. 17, 12. Dies solre uns billig zur heilsamen Warnung dienen, daß wir uns nicht auch so durch rohe Begriffe von Dingen, welche geistlich verstanden werden müssen, zu gefährlichen Jrrthümern verleiten lassen. Es heißt ausdrücklich: die Seelen leb­ten. Es heißt nicht die Leiber, sondern die Seelen. Es heißt auch nicht lebten wieder auf, oder stunden von den Todten auf, sondern simpel lebten. So ist ja ohne Vergleich viel wahrschein­licher, die Sache seye so zu verstehen, daß in dieser Periode wieder Männer vom Geist der Märtyrer, edle Wahrheitsfreunde, und Wahrheitsbekenner, denen Wahrheit und Gottseligkeit über alles gehet, und die ihr Leben selbst nicht zu hoch achten, wo es nölhig seyn solte es für die Wahrheit darzuleqen; solche Männer werden wieder erscheinen, und absonderlich jene, welche Staat und Kirche in dieser Periode zu regieren haben, werden Männer von diesem ed­len Charakter seyn, die weder durch Liebkosungen der Welt, hätte auch Babel noch einen goldenen Kelch zu prasenriren, noch durch Dro­hungen auö dem Löwenrachen des Thieres, wenn ecwaö dergleichen noch vorhanden wäre, von dem rechten Weg, von dem Weg der Wahrheit, und dem aufrichtigen GlaubenSgedorsam und dem Ja­gen nach der Gottseligkeit, als dem Ziel des hohen Christenberufs sich abwendig machen lassen. Solche, und keine andere sitzen im Re­giment, und herrschen so, mit Christo, und unrer ihm; nicht nur in Kirche als Priester, sondern auch im Sraat als Könige. Das wer­den die starken Säulen seyn, die Gott in fernem Tempel aufstettet, auf welche der Name GorreS, des Herrn eigenen Namen, und der Na­me des neuen Jerusalems, zu welchem sie den Weg an bahnen, einge­schrieben wird, und die nicht mehr aus und einqehen, sondern fest an ihrer Stelle stehen, K. Z, 12. So ist ihnen das Gericht gegeben. Cie haben alle Dinge zu schlichten, und zu richten. Die höchste Ge­walt und Regierungsadministration ist in ihren Händen. Das ist , was das Wort Gericht, und richten oftmal sagen will, Ps. 75, 7. so wie auf einer andern Seite auch oftmal als eine Ausführung eines Strafgerichts, oder zur Strafeziehung irgend einiges Verbre­chens oder Verbrechers vorkommt. In diesen zwenerley Bedeutun­gen kommt es viel öfter vor, als in der Bedeutung, welches dieses