Heue Jerusalem« 285

des neuen Jerusalems zu seyn, Ps. Sy 6. Irgend etwas gemei- ries oder unreines, alles greuel- und lügenhafte, kann nicht einge- hen, V. 27. sondern nur die in dem Lebensbuch des Lammes einge­schrieben sind. Diese seine treuen Knechte werden ihm dienen, und als seine Diener, GoceeS Angesicht sehen, und in diesem Dienst wird ihre höchste Seligkeit seyn. Der Diener hat die Frevheir sei­nes Herrn Angesicht zu sehen, weil er immer nahe um den Herrn ist. So Gott dienen, heißt mit ihm regieren. Der Dienst Got­tes ist herrlicher, und macht den Menschen herrlicher und seliger, als eine Krone. So sind diese Diener Gottes zugleich Priester und Könige Sie wandeln im Licht Gottes, in einem ewigen Tage. Denn da ist keine Nacht mehr, K. 22, 4. Z.

Epiloge. Schluß.

Wie sich das Schauspiel mit einem Preludium oder Vorspiel angefangen, so wird hier auch mit einem Epilog beschlos­sen. Das Thearer ist eigentlich schon geschlossen. Dieser Schluß ist nur eine Ermahnung und Nutzanwendung an die Zuschauer ad- dreßirt.

Der Vers 6. scheint noch das Wort des Engels zu seyn, der Jo­hanni ben dieser letzten Scene als Führer dienere, K. 21, 9.

Die folgenden Worce V. 7. bis ans End, sind mehr Ungewißheit unterworfen, und es ist oft schwer zu bestimmen, wer die redende Person eigentlich sey, und wie weit ihre Rede gehe, und wo eine andere eintrete.

Verö 16. wenigst solte man kaum zweifeln können, daß nicht Iefus der Herr selbst die redende Person sey, und nicht blos sein Stellvertreter, und daß er etwan so selbst daö grosse Schauspiel schliesse, wie er e6 vielleicht K. 1, 11. in eigener Person eröfner hat. Wo aber Jesuü anfange zu reden, ob erst hier V. 16. ob aber viel­leicht im vorhergehenden V. 12. oder noch weiter oben V. io. scheint noch weniger deutlich zu seyn.

V. 8. scheint es war Johannes abermal im Begriff wie K. 21, io. den mir ihm redenden Engel anzubeten, und es ward ihm aber­mal wie oben gewehret. Doch solte ich fast denken die Worte V. 7. .kamen von der auf dem Thron sitzenden Person, und nicht von dem Engel seinem Führer, den er für einen jener Engel, welche die Zorn- fchaalen GorceS ausgegossen hatten, deutlich erkannte, K. Li, 9.

Die Worte V. 11. scheinen anzuzeigen, daß aller der reichlichen Gnadenanerbietungen ungeachtet, Gott keinen zur Annahme zwin­gen werde. ES bleibt alles auf eines jeglichen freye Wahl gestellt. Wer entschlossen ist böse zu seyn, mag immerhin böse bleiben. Ev thut eS auf seine Gefahr. Wer fromm ist, und der Heiligkeit nach- jaget, den soll dagegen auch nichts im stand seyn hieran zu verhin­dern. So er will, wird er zu seinem Zweck kommen.

VerS 12. Inzwischen eile jeder seine Seele zu retten. Die flüch­tige Zeit eilet vorüber, und es wird bald um bas Bisgen zeitliches Le­bens geschehen seyn. Dann wird ein jeder empfangen, wie er eH

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