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Und wie wollen wir es uns zu Nutze machen? Ich denke, wie wollen uns hauptsächlich an das halten, was uns am nächsten an- geher. An dem, das verflossen ist, können wir nichts andern. Was noch in ferner Zukunft verborgen liegt, ist noch zu dunkel, und kann keinen so unmittelbaren Einfluß auf unser gegenwärtiges Betragen haben, daß wir unsere Verhaltungsregeln daher nehmen tonnten. Lasset uns die Zeichen unserer Zeit in acht nehmen, und so das Buch uns zu Nutze machen, in so weit eö uns einen Aufschluß hierüber giebt. Babylon ist noch nicht gefallen. Ich denke «der: es ist im Fallen. WaS folglich erst lange nach Babylons Fall geschehen mag, dessen haben wir unö dermalen so viel nicht an- Kunehmen. Die drei) letzteren Kapitel der Offenbarung lassen wir somit auf sich beruhen. Die Zeit wird alles deutlicher machen. Die Weissagungen schliessen sich erst völlig auf zur Zeit, da sie erfüllet werden. ES ist nicht gut mit voreiligen Auslegungen Gott vorzugreifen. Ich gieng ungerne daran ein Wort hierüber zu schreiben. Die Zeit kann alte tiefgewurzelte Vorurrheile doch zerstören, und neue Aufschlüsse geben, daß daS, was gegenwärtig unverdaulich ist, endlich doch verdaulicher wird, ja daß wir endlich mehr oder weniger Wahrheit in solchen Dingen finden, die, weil sie gegen unsere vorgefaßte Vorstellungöart anstiessen, lauter Irrthum zu seyn schienen.
Mich dünkt, meine Erkenntniß von Babel wäre richtig, und in der Wahrheit gegründet, ja so offenbar wahr, daß wer nur ein wenig mir Aufmerksamkeit das gegenwärtige zerspaltene herrschsüchlige Kirchenwesen betrachtet, und es mit dem alten Babylon zusammen hält, muß sogleich die auffallende Aehnlichkeic sehen, und so in dem Bild daS Ab wbildere erkennen.
In Rücksicht auf die Zeichen der Zeit, und die gegenwärtige Lage der Sachen, als ein aufrichtiger und herzlicher Freund aller christlichen Gemeinen und Christen, gesetzt sie sollten sich auch nach genauer Selbstprüfung unter der oben beschriebenen Namenkirche als blose Namenchristen, und christliche Gemeinen befinden, wüßte ich ihnen keinen bessern noch einen andern Nath zu ertheilen, als Len ihnen beyden der Herr selbst ertheilet. Denn wer den Rath, ja den ausdrücklichen Befehl des Herrn selbst gering achtet, und nicht geneigt ist zu befolgen, dem ist ja wohl auf keine Weise zu VOli^Tt.
Der Rath an die christlichen Gemeinen stehet in dem Brief an den Engel zu Sardiö, Offenb. Z, i. u. f. Wir sind in der Sardi- schen Periode, und die gegenwärtigen christlichen Gemeinen, sonderlich die, welche unter der Reformation begriffen sind, sind diese Gemeinen zu Sardis. So müssen denn diese daS Sardis auS- machende Gemeinen allfoderst anerkennen, daß das Werk der Reformation unvollkommen und mangelhaft ist: Denn so hat es der Herr befunden, und so werden sie eS befinden, wenn sie es vor Gort prüfen, V. 2. Da hilft Großsprecherei) und hohe Einbildungen nichrS zur Sache. Sardis ist darum doch nicht mehr, noch besser, als eö ist, weil es sich hoch rühmet, und sich piel darauf ein-

