ferne. Wenn aber eine andere Patthey den nämlichen Partheygeist | j besitzet, den wir auch bey Jesu Christo und seinen Aposteln finden, ™,ji f das ist, wenn sie nichts anderes, als die Ehre des Herrn und das Ej Heil der Seelen aufrichtig, nämlich in dem Weg des Evangeliums KJ suchet, so wünsche dir selbst von solchem Partheygeist recht voll zu seyn. Solche Parrhey hast du nicht Ursache zu scheuen. Erkenne es für dein Glück, wenn du ihr Mitglied seyn kannst. Das ist de- müthiger Christensinn., Dein Widerstreben mag gar wohl vor Gott Eigensinn und Eigendünkel heissen. Gott stehet bis auf die Wurzel. So ferne er in des alten Adams Eigenschaften gegründet ist, wird es seinem Feueraug nicht verborgen bleiben, i Jvh. Z, 14.
Nach dem bekannten Bild betrachtet Paulus i Cor. 12 . die Kirche «lö einen wohl gestalteten Leib, da alle Glieder genau und ordentlich unter einander zusammen geküget, jedes zu seinen eigenen Verrichtungen gewidmet und geschickt, und so eines dem andern Handreichung thur, damit der ganze Leib genährt, geschützt, zum guten Fortkommen und Wachsthum gebracht werde, indem sie so alle in naher Vereinigung mit dem Haupt zusammenhangen, und von svl- ^ chem steren Lebenöeinfluß empfangen. Zerstreuete Glieder machen | .. feinen Leib— da eine Hand, dort ein Fuß; hier ein Auq, und dort ‘ ^ ein Ohr, aber ohne Zusammenhang und Verbindung, das ist doch je kein Leib. Noch ist eS ein Leib, wenn ein jedes Glied selbst für sich ein Leib seyn will, und jeder zum andern spricht: Ich habe deiner nicht nöchig. Meine Seligkeit hängt nicht von Menschen, sondern lediglich und allein von Christo ab. So sagt das Aug zum Fuß denn: Was habe ich deiner nöchig? Ihr wisset, daß Paulus solchen Eigensinn, und Selbstgenügsamkeit der Glieder nicht gutheisset; sondern seine Gesinnung ist offenbar diese: Jeher solle sich genügen lassen ein Mitglied an dem Leib zu seyn, und das zur Erhaltung des ganzen beytragen, was ihm zustehet.
Wer mit den apostolischen Schriften nur ein wenig bekannt ist, der muß wissen, daß es immer eine Hauptbemühung des Apostel Paulus war, wo immer das Evangelium Eingang gefunden, nicht nur mehrere und mehrere Seelen von Tag zu Tag Christo zu ge- - ' winnen, sondern auch die bereits gewonnenen in ordentlich und re- ^ v gelmasig eingerichtete Gemeinen unter einander zu verbinden, und ,1 ^ sie so, was wir heissen, zu so vielen besondern örtlichen Kirchen zu » organisiren, Rom. 16, 5. 1 Cor. 16, 19. ib. 11, 18. Coloss. 2, 5. -
Apostelg. 14, 2Z. ib. 15, 2. 4. 6. 22. Ja auch seinen vorzüglichen Schülern gab er den Auftrag das nämliche zu thun, Tit. i, 5. > ;■
i Tim. 5, r 17. 19. j
Er verweilte sich gerne so lange an einem Ort, wo daS Evange- 1 "• lium Wurzel zu fassen schien, bis er eine wohl organisirte Kirche , ^
gegründet, und wenigstens ihre Haupteinrichtungen zu Stande ge- I ■ bracht hatte. An diese seine, meist von ihm selbst gestifteten Ge- - meinen, sind die meisten seiner apostolischen Briefe addressirt. Die j ! andern Apostel müssen wohl auch wie im nämlichen Geist, so auch j j auf die nämliche Manier gearbeitet haben, so wie wir auch von j ■ ihnen noch einige Briefe an gewisse derley Kirchen geschrieben vor- , |
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