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1 In dieser Absicht wird es nöthig seyn zum öftern, in Gemäßheit mir der von Gott selbsten ausgezeichneten Ordnung, jede Woche einmal wenigst, kirchliche Versammlungen zu halten, und diese von zweyerley Art, nicht nur eine eigentlich sogenannte gottesdienstliche Versammlung, mit Predigen, Singen und Beten, allenfalls auch mit Nachtmal halten, als der eigentlichen Erinnerungsfeyer- lichkeit des Herrn zugebracht, sondern auch eine eigentliche Untersuchungsversammlung, die Kirchenglieder ausschließlich betreff send, in Absicht den Zustand der Kirche im allegmeinen sowohl, als den der betreffenden Mitglieder insbesondere zu untersuchen, ob es aller Orten christlich hergehe, oder sich irgend böse Dinge eingeschlichen haben, oder ecwan einzuschleichen anfangen, und somit eigentlich kirchliche Geschäfte abzuhandeln. Ich halte beyde Acren von Versammlungen gleich nothwendig, und wenn denn doch die Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit eigentlich in vollkomm- ner HerzenSunterwürsiqkeit unter Gocr, und einem daher fliessenden rechtschaffenen christlichen Wandel bestehet, so scheinen mir diese letztgenannte Versammlungen eben sowohl wahre gottesdienstliche Versammlungen zu seyn, als die erste. Gewiß sind sie eben so nothwendig, wenn eine christliche Kicchenzuchr und Ordnung in der Ge- ' meine aufrecht erhalten werden solle. Kurze und richtige Abrechnungen halten unsere Geschäfte in Ordnung, und setzen uns immer in Stand, dieselbe mit einem Blick zu übersehen. Darum würde es mir durchaus nothwendig scheinen, jede Woche eine derley Untersuchungsversammlung unnachsichclich zu halten. Jeder ordentliche Hausvater überschlägt sein Hauswesen ecwan am Ende der Woche. Längere Termine würden lediglich nur Unordnung begünstigen, den Gang kirchlicher Geschäfte schwerer machen, wo nicht ganz und gar allen hieraus entspringen sollenden Nutzen verhindern.
Bey diesen Versammlungen hat die Kirche ihre eigentlichste Gelegenheit jene Schlüsselgewalt zu üben, welche ihr so feyerlich vom Herrn anvertrauet worden, wohl doch zu einem wirklichen Gebrauch und Nutzen, und nicht bloö zum glänzenden und klingenden Kinderspiel. Solche Mitglieder, die ecwan durch einen unchristlichen Wandel gestrauchelt, und der Gemeine Aergerniß gegeben haben, und zum Srein deö Anstosseö geworden sind, werden hier absonderlich vorgenommen werden, und je nachdem die Kirche die Zeichen und Früchten einer wahren Reue und Büste entweder stehet, oder nicht siebet, wird sie entweder binden oder lösen; und das, insoferne sie nach evangelischen Grundsätzen handelt, mir solcher Kraft und solchem Nachdruck, daß ihr Ausspruch, den sie hier auf Erde thut, selbst von Gott im Himmel genehmiget wird, und was sie auf Erde löset, auch im Himmel gelöset, und was sie so auf Erde bindet, auch im Himmel gebunden seyn sott. Da wird die Kirche in ihrer vollen Würde erscheinen, und in ihrem eigensten Eharacter handeln. Niemand wohl, als die ruchlosesten Frevler werden dieses Kirchenqericht gering achten; und welche es so gering achten solten, treten eben hiedurch schon aus der kirchlichen Verbindung, und stellen sich selbsten zu den Heiden und Zöllnern, denen sie hiemit auch gleich geachtet werden sollen.

