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Christen alle, wo sie sich immer befinden mögen, sind Brüder unter einander. So sind diese christliche Gemeinen Schwestern unter einander. Das ist ihr eigener, und wahrer Charakter. Jede aber dieser Schwestern hat ihre eigene Haushaltung; und da wünschet sich keine in die häuslichen Angelegenheiten der anderen zu mischen. Jederman weiß, daß es ungesittet und friedestöhrend auesieht sich in eine fremde. Haushaltung zu mischen. Indessen mögen sie einander mit gutem Rath beystehen, einander zum öfteren freundschaftlich besuchen, ja alles gute einander frey und ohne Rückhalt mitcheilen, sich mit einander über gemeinsame Dinge berathschlaqen, wohl auch bis auf eine gewisse Werre sich mit einander in gewissen Absichten enger verbinden, z. B. in Absicht den Evanqeliumssegen weiter zu erstrecken, Missionarien oder Prediger des Evangeliums an solche entlegene Oerrer auszusenden, wo man derer bedürftig seyn möchte, die Kosten von derley Unternehmungen gemeinsam mit einander zu tragen, und dergleichen, iedoch alles dieß in einem wahrhaft brüderlichen oder schwesterlichen Stvl, ohne einigen Zwang, oder Anmaßung einiger Autorität eine über die andere, und niemal weiter, als so weit es jede mir Ueberlequng sreywillig bewilliget. Derley auSge- sandte Evangeliumsprediger würden nach der alten Kirchensprache Apostel der Rirche heissen, und eigentlich das Amt eines Evange» listen verrreren, indem sie so die fröhliche Nachricht der guten neuen Zeitung unseres Heils in Christo Jesu an solchen Orten verbreiten würden, dahin sie noch nicht gedrungen, und welche dahero noch in der Dunkelheit und in dem Scharten des Todes sitzen. Ich könnte es nicht mißbilligen, wenn mehrere derley^ Kirchen so weit mit einander in Bund treten würden, daß sie Männer von unpartheyischer Bruderliebe tief durchdrungen, von Eifer für das allgemeine Wohl beseelet, von aller Engherzigkeit und Partheysinn so weit als der Himmel von der Erde entfernet, unterhielten, welche um das Vercini- gungsband desto enger zu knüpfen, und einander alles gute desto schleuniger mitzuthtilen, und durch einen so bewirkten lebhaften Umlauf, und Mirtheilungsgemeinschaft das ganze um so viel kräftiger in Leben und Thätigkeir zu erhalten, von Kirche zu Kirche beständig herum reiseten, alles gute, so weit ihre Kräften nur reichen möchten, nachdrucksam zu befördern, jedoch nur so, daß derley verbundene Kirchen darum andere, die es nicht für gut fanden in solchem Bund zu stehen, darum um nichts geringer achten, viel weniger aber als von christlicher Gemeinschaft ausgeschlossen behandeln, oder ansehen solten. -Derley Männer würden denn um so viel zgäher an den apostolischen Characcer hinreichen, um so viel mehr ihre Bemühungen und Bestrebungen aufs allgemeine zielen, und die Föderung und Ausbreitung des Reiches Christi im allgemeinen zur Absicht haben« Sodenn wäre es keine Unmöglichkeit christliche Kirchen zu haben, ja eine christliche Kirche zu haben, die sich nie zu weit ausbreiten könnte, ja von der eö zu wünschen wäre, daß sie sich allgemein über den ganzen Erdboden verbreiten möchte, indem nichts so kräftig das allgemeine Wohl der Menschheit überhaupt, als jedes Menschen insfte sondere befördern könnte, als so eine Einrichtung. Eine

