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Plötzlich und unerwartet ertönte der gellende Eulenruf zum zweiten Mal. U
Er schien jetzt aus dem dicken Gesträuch dicht un-, ter dem Fenster zu kommen, aus dem das schönes träumerische Haupt Mirabella's hervorsah.
Mirabetta fuhr erschrocken zurück.
War cs der Todtcnruf für ihre eben erwachende Liebe oder eine warnende Schicksalsstimme?
Wieder blickte sie sich aufmerksam um, aber weder ein flatterndes Geräusch unter ihr in den Zweigen, noch^ der schwere Flügelschlag in der Luft ließen sie den Aufenthaltsort des traurigen, lichtscheuen Vogels erkennen.
Der ganze Aberglaube der Neapolitanerin, der diesem Vogel in höherem Grade als bei uns die prophetische Gabe der Unglücksvcrkündigung zuerkennt, war bei ihr erwacht.
Hätte sie ihn stiegen sehen, auf seinen kurzen breiten Schwingen nach der linken Seite zu das dunkelblaue Luftmeer durchschiffend, sie würde weniger unruhig gewesen sein. Aber sein stilles Weilen in ihrer Nähe kündete ihr, nach dem Volksglauben ihrer Hcimath, ein nahebevorstehcndcs Ungewitter an.
Als sich der Ruf wenige Minuten später 'zum drittenmal, langgezogener, krächzender und trauriger

