Sie thun, wenn ein Mann, den Sie gerettet, dem Sie Wohlthaten erzeigt, der Sie rücksichtslos und un­dankbar schon einmal auf empörende Weise verrathen, in dem Augenblicke in Ihre Hände siele , wo Sie aus seinem eigenen niederträchtigen Munde die Absicht, Sie noch einmal zu verrathen, vernähmen? Was würden Sie thun, Herr Marchese?

Der Marchese antwortete nicht.

Seine Hoffnung zerrann, wie die Welle zu seinen Füßen.

Was glänzte schimmernd im Mondlicht aus der mit Atlas gefütterten Brusttasche des Grafen.

Es war der goldene, mit Edelsteinen reich besetzte Griff eines kleinen Stilcts, dieser furchtbaren Waffe, deren drcischneidige Klinge sich leicht wie eine Nadel in das Herz senkt, ohne aus der kaum sichtbaren Wunde eine andere Spur zurückzulassen, als ein Paar Tropfen schwarzen, geronnenen Blutes.

Was würden Sie thun, Herr Marchese? wieder­holte der Graf. Würden Sie nicht, um Ihr eigenes Leben gegen den doppelten Verrath dieses gewisscnlo- sen, undankbaren, heuchlerischen Schurken zu sichern, rücksichtslos, wie er das Seinige, nehmen?

Und der Graf zog bei diesen Worten das kleine Stilct aus seiner silbernen Scheide.