Der alte Marchese legte die Hand an seine schweißgebadete Stirn, als lange nach Mitternacht dieses Klopfen die nächtliche Stille unterbrach.
Tausend wirre Bilder sagten drohend an seinem geistigen Auge vorüber^
War sein Stiefsohn aus den feuchten, todtbrin- genden Kerkern des Staatsgefängnisses wiedergekehrt und klopfte jetzt mit dem Griffe des rächenden Dolches an die Thür?
Hatte irgend ein unsichtbarer Schicksalssingcr den Schleier gelüftet, der den Tod seiner ersten Gemahlin verhüllte und die Diener der Gerechtigkeit hinter ihm her gesandt?
Es datierte Minuten, bevor er diese ängstlichen, quälenden Gedanken von sich abzuschütteln vermochte, Minuten, bevor er sich entschließen konnte die Klingel zu ziehen, die an das Bett seines Kammerdieners führte, der ungestört den tiefen Schlaf der Gerechten schlief, den kein Alpdruck ängstlicher Träume erquickungslos macht.
Oh! wie beneidete der reiche Edelmann diesen gesegneten Schlaf seines Dieners.
Endlich trat der Diener herein.
Wer klopft so spät, Giacomo?
Der Herr Marchese d'Alvinzy.
Was will er?

