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großer Verwirrungen erzeugt, wenn alle Völker wären unter Lei­tung einer feststehenden Kirche geblieben. Darum war es noth- wendig, daß der Norden sich absonderte und die Reformation Luthers ihm jene Freiheit verschaffte, bei der sich die Wissenschaf­ten und die denkenden Künste schnell entwickelten. Eben so noth- wendig war es, wenn sich der Katholicismus im Süden von Eu­ropa behauptete. Dort erhoben sich Malerei und Musik und eine diesen mehr ähnliche Dichtkunst. Im nemlichen Jahre, wo im Norden Luther geboren wurde, wurde dem Süden der größte Maler in seinem Raphael geboren,'und während^Luther die Bibel übersetzte, umschiffte Magellan den Erdball das Erstemal. Denn zu derselben Zeit, als im Norden die Druckerpressen eine neue gei­stige Welt eröffnet hatten, war im Süden, der mehr im Aeusser- lichen lebte, das Streben nach Entdeckungen zur See aufgewacht. Statt daß man bisher immer nur segelte an den Küsten hin, wurde nun das Weltmeer durchschifft. So wie durch dieses neu erwach­te Streben im Süden Europas das große Land, wo wir uns be­finden, entdeckt wurde, so wurde durch das damalige Streben im Norden nach religiöser Freiheit der Anlaß gegeben, der die hiesi­gen Colonien bevölkerte.

Erkennen wir in allem diesen einen nothwendigen Zusammen­hang, so finden wir auch in der letzten Zeit, die wir zum Theil mit erlebt haben,' eine eben so wichtige Harmonie der Begeben­heiten. In dieser letzten Zeit machte umgekehrt Amerika den Anfang, Europa aus einem in Zünften erstarrenden Leben zu wecken. Der große Eindruck des sechszehnten Jahrhunderts hat­te die Wissenschaften auf eine neue Höhe gebracht. England hatte im Baco und Shakespeare seine größten Männer gehabt, Deutschland seinen Keppler und Italien seinen Galilaei. Auf dieser Höhe sing es an mit Leibnitz, Newton und Linne still zu stehen. Keine große Entdeckung, keine große Erfindung trat auf. Die Völker schienen nur mit ihrer nächsten Nothdurft beschäftigt; hie und da regten sich zwar einzelne Stimmen, aber sie konnten die Menge nicht erwecken. Fast alle Wissenschaften und Künste waren in zunftmäßiger Steifheit, wie die damaligen Handwerke; alles Leben den damaligen Zöpfen, Perücken und Reifröcken ähn­lich. Da kam der neue Gedanke, der die Welt bewegen sollte, in die Seele einiger Männer, und hier in den abgelegenen Colonien Englands, die Europas Stolz kaum beachtete, standen Helden