sammt nur unbedeutende Variationen derselben Ansichten. Keine Reformation des Alten kann etwas helfen,denn der Grund des Alten war nicht der rechte; keine Revolution, die wie Brown's Lehre nur Alles durcheinander wirft, um über den Trümmern einen Ty­rannen herrschen zu lassen, keine solche Revolution kann der Me­dizin etwas helfen, denn auch diese ist versucht worden und verge­bens. Es sind alle mögliche Wege nach allen Seiten hin schon versucht worden, kein anderer ist mehr möglich als nur der einer ganz neuen Gestaltung, im strengsten Gegensatz gegen das Alte, eine neue Gestaltung auf einem festen, unerschütterlichen Grunde.

Das erste hat die Homöopathie schon gethan und hilft so aller jener Verirrung auf immer ab.

Hahnemann lehrt:Ihr sollt Euch an die Symptome der Krankheit halten, denn die habt Ihr gewiß, aber nicht speculiren nach Wesen und Namen, denn das ist ungewiß." Dadurch hat er allen Zrrthum von der einen Seite verhindert. Hahnemann lehrt ferner:Ihr wißt Nichts von einer Arznei, wenn Ihr Euch an Traditionen haltet, oder an Vermuthungen, oder wenn Ihr sie vermischt anwendet, oder wenn Ihr sie in den immer verschieden­artigen Krankheiten gebt. Ihr müßt alle Eure Arzneien vor­her genau kennen, ehe Ihr sie anwendet bei Kranken. Sie müs­sen also an Gesunden probirt werden, um daran zu sehen, wie sie wirken und was. Ihr müßt aber auch dann keine Speculationen machen, sondern die Symptome sammeln, welche die Arznei be­wirkt und das muß Euer fester Grund sein. So hat er auf der andern Seite allen Jrrthümern den Weg versperrt. Hahnemann lehrt endlich: Ihr müßt für jeden Kranken immer die ähnlichste Arznei auswählen und immer eine allein.

So hat er alle Verwirrung unmöglich gemacht, und daher kommt es auch, daß eine solche unerhörte Einigkeit herrscht unter allen homöopathischen Aerzten. Wenn sie in Streit gerathen, so sind es immer nur Nebendinge; in der Hauptsache sind die wirkli­chen Homöopathiker immer einig. Und woran sollten wir die fal­schen Propheten erkennen?An ihren Früchten sollt ihr sie erken­nen." Friede und Einigkeit unter den Aerzten, welche die große Wahrheit erkannt hatten, das war die erste Frucht der neuen Leh­re. Allgemeine Begeisterung für Menschenwohl, das war die nächste.