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werden. Wenn es somit einerseits gewiß als dringendes Bedürfniß erscheint, einer armen, nicht hinreichend beschäftigten Bevölkerung durch derartige Fabrikarbeiten die nöthiqe Beschäftigung zu verschaffen, so ist es doch anderseits noch dringendere Nothwendigkeit, unsere Land- und Forftwirthschaft auf denjenigen Grad von Vollkommenheit und Ausdehnung zu erheben, welcher sie in unserm Lande nach seiner Natur und Lage immer empfänglich sind. Denn der Nationalwohlstand wird da sicherer und Höker begründet, wo der Flor der Fabrikation auf den höher» Flor der Landwirthschaft und Viehzucht gegründet ist, als wo umgekehrt die Vervollkommnung von diesen erst von dem Gedeihen und der Wirkung der Fabrikation erwartet werden soll. Zeder Zeit würden Wolltuchfabriken, gestützt auf eine inländische veredelte Schafzucht, und solche Fabriken, welche Holz als roden Stoff verarbeiteten, der Natur und den landwirthschaftlichen Verhältnissen unserer Gebirgsgegend am besten zusaqen. — Versteht es sich ja von selbst, daß bei Einführung neuer Erwerbszweige insbesonders auf solche gesehen werden muß, die nach den Verhältnissen des Landes am leichtesten und vollkommensten betrieben werden können. Ein Industriezweig, der nur unter besonder» Schutzmaßreqeln gedeihen kann, ist eine Treibhauspflanze, die die Schwankungen und Stürme des Lebens nicht erträgt.
Durch Beförderung industrieller Thätiqkeit und Schaffung neuer Erwerbsquellen; durch'möglichst genaue Erforschung des Zustandes der Gewerbe im Vaterlande, der denselben entgegenstehenden Hindernisse, und der Mittel, diese zu beseitigen, könnte allerdings ein Verein von Männern, welche glückliche Unabhängigkeit, Kennr- nisse und Müsse besitzen, in vereinter Kraft und edlem Wetteifer höchst segensreich wirken.
Zndem wir zum Schluffe dieses Abschnittes der fremden Kriegs- qienste nur in so weit gedenken, als sie früher dem Staate und Privaten reichliches Vermögen brachten, wollen wir nur noch auf die traurige Thatsache besonders aufmerksam machen, daß die Zahl der hiesigen Kunst- und Fabrikationtreibenden, welche sich durch den Erlös ihrer Arbeiten aus dem Auslande bereichern, nicht nur sehr gering ist, sondern daß selbst verschiedene Handwerke in unserm Lande noch zu vertreten sind. Wahrlich ein thatsäcklicher Beweis, daß der Uhrenzeiger unserer Gewerbsthätigkeit kaum über der Stunde des Sonnenaufganges steht! Dieser letztere Umstand, wodurch freilich nur für eine kleinere Zahl von Bewohnern durch Erlernung von Handwerken noch ein Auskommen zu finden ist, verdient daher besonders von Seite dev Gemeindearmenbebörden bei den Verdingkindern um so vollere Berücksichtigung , da der dem Armen zur Erlernung eines Handwerkes geleistete Beitrag ein auf wucher- liche Zinsen gelegtes Kapital ist.
IV. Durch öffentliche Einrichtungen soll den geistigen und moralischen Ursachen der Verarmung entgegengewirkt werden.
Als erste geistige Quelle bestehender Noch und Verarmung

