14

entstehen. Kein Grundstück von was immer einer Bepflan­zung kann im Nutzertrage dem aus gesunden, gut gepflegten Maulbeerbäumen gezogenen Ertrag gleichkommen, da seiner­zeit jeder Baum jährlich 2 bis 4 fl. C. M., auch noch mehr, an Laubwerk eintragen kann.

Vom fünften bis zum zehnten Jahre nach der Verpflanzung auf ihren Standort im Freien geben die Bäume von 8 Joch schlechten, magern Boden, auf 1 Joch zu 180 Stück gerechnet, 90 bis 100 Ztr. Laub, wobei man a / 3 der Bäume ablaubt; von zehn bis zu zwanzig Jahren liefern sie schon 800 bis 1200 Ztr., und ernähren dann die Raupen von 2 Pfd. Seidenrau­peneiern. Dabei ist noch zu bemerken, daß der übrige Raum zu anderen Pflanzen benützt werden kann.

Wer sich Maulbeersamen bringen lassen will, muß sich stets nur an verläßliche Personen wenden, sonst erhält er alten oder schlechten Samen.

Wer bereits einige Bäume hat, kann sich den Samen selbst erzeugen, wenn er die Früchte an solchen schönen Bäu­men, die reichlich tragen und in demselben Jahre nicht abge- laubt worden sind, gehörig auszeitigen läßt, so daß sie von selbst oder bei gelindem Schütteln abfallen, sie dann in einem Behälter mit den Händen zerknetet und mit Wasser so oft aus­wäscht, bis alles Fleisch und die unzeitigen oben schwimmen­den Körner entfernt sind. Wird nun der Same an einem schattigen Orte gehörig getrocknet und auch gut und trocken aufbewahrt, so bleibt er zwei Jahre keimfähig.

Die Aussaat geschieht im Frühjahre, wenn man keine Nachtfröste mehr zu befürchten hat; also bei uns in der zwei­ten Hälfte des Mai, und zwar in einer ordentlich zuge­richteten Samenschule, worin das Erdreich schon im Herbste ausgeworfen und etwa 8 Tage vor dem Anbaue gut