den! An der Wasserkur ist noch Niemand gestorben. Sagt Einer, der selbe gebraucht hat, daß die Wasserkur ihm nichts genützt hat, so muß man hinzusetzen —daß er sie nicht richtig gebraucht hat, oder auS Furcht derselben davongelaufen ist.
Nur der ganz gesunde Mensch kennt daS Maß deS. Trinkens, das seinem Durst angemessen ist. Der Chronischkranke, dessen Durst nach Wasser durch lange Gewohnheit an die alte Lebensweise vertrocknet ist, muß zuerst ohne Durst daS Wasser hinuntergießen, sehr bald wird dadurch der naturgemäße Durst wieder erweckt.
Es gibt Leute, die dieß wohl einsehen, sie behaupten aber, daS Wasser nicht vertragen zu können und bekommen Uebelkeiten oder Magenwehe. Bekommt man Nebelkeiten, so leuchtet eS ein, daß sodann an den Magenwänden verhärteter Schleim sich befindet, der durch das Wasser, nun aufgelöst, diese Nebelkeiten veranlaßt. Man lasse sich darum nicht abschrecken und sei überzeugt, daß sich dies, sobald der Magen gereiniget ist,, von selbst legen wird. Hat man sich' einmal daran gewöhnt, so darf man überzeugt seyn, daß man dadurch vielen Krankheiten Vorbeugen kann.
Der tägliche und reichliche Genuß des kalten Wassers schützt gegen eine Menge Krankheiten und erklärt sich aus den Eigenschaften desselben. Vorzüglich sind seine Wirkungen bei einer Neigung zur Hypochondrie und überhaupt zu Unterleibsübeln zu Stockungen, Wallungen, Kongestionen des Blutes, zur Gicht, zn Hautkrankheiten, Fieber, bei Schwäche der Verdauung u. s. w. Durch seine diluirende (verdünnende), auflösende, besänftigende und' erfrischende Eigenschaft setzt das Wasser den Körper in den Stand, den auf ihn einwirkenden Schädlichkeit tpn zu begegnen, ihre Folgen zu entkräften und abzuleiten. Wassertrinker sind schon bessere Esser als Bier- und Weintrinker, haben ein gesünderes, volleres Aussehen und reinere Haut, sind weniger oder gar nicht zu Entzündungskrankheiten geneigt und können körperliche Stra- patzen und Entbehrungen mit Leichtigkeit ertragen.

