94

Die Wirkung der kalten Fußbäder ist eine ähnliche der Sitzbäder. Sie leiten das Blut und die Hitze und . Krankheitsstoffe von oben herab in die Füße. Die Dauer derselben für den Zweck der Fußerwärmung ist etwa 10 Minuten, für den Zweck der Aufregung und AuSziehung der KrankheitSstoffe bis 40 Minuten. Mer- curialvergifteten sind solche Fußbäder besonders anzura- then, weil dieses Gift sich am meisten an die Extremi­täten fetzt und in der Folge Podagra oder Lähmung oder den Anfang einer Wassersucht bewirkt.

Von viel größerer Wichtigkeit sind die kurzen oder halben Fußbäver. Man bedient sich hiezu einer Wasch­schüssel, indem man sitzend beide Füffe in dieselbe stellt und daS Gefäß mit so viel frischem Wasser füllt, daß daS Wasser bis an die Knöchel der beiden Füße reicht. Für an Hämorrhoiden Leidende, bet Conge- , stionen nach dem Kopfe Kopfweh und Schwtn- ! del, in demselben ist diese Art Fußbad von auffallen­der Wirkung, die sich bis an den Unterleib, Brust ; und Kopf erstreckt und Jeden, der es auf diese Art gebraucht, von bestem Nutzen sein wird. Leute, welche viel- sitzen und schreiben, können bet ihrer sitzenden Lebensweise zu gleicher Zeit mit dem Fußbade am Schreibtische sitzend ihre Arbeiten und Geschäfte verrich­ten, wodurch viel Zeitversäumniß erspart wird.

Man mag sich wie immer unwohl fühlen, eS fehlen Schlaf und Appetit; man fühlet Kopfweh, Brustbeschwer­den, versteckten Katharrh, Magenleiden, Blähungen, kalte Füffe, Hartleibigkeit, Verstopfungen u. s. f., man eile ein halbes Fußbad zu nehmen. Personen, welche zu Hause mit schriftlichen Arbeiten überladen sindLi­teraten Geistliche u. s. w. Staatsbeamte, welche zu Haufe zwischen den Akten sitzen, wenig Bewegung ma- [ chen um frische Luft zu schöpfen, keine andere als ver- j dickte Stadt- und Zimmerluft einathmen können. Allen , diesen ist ein solches Fußbad anzuempfehlen.

DaS Gleiche gilt auch beim weiblichen Gefchlechte. | Dieses Halbfußbad kann zu jeder Stunde, Morgens i