299

Bei fortgesetztem Schwitzen und Baden stellte fich als­bald ein frieselartiger Ausschlag am Unterleibe ein, so daß er täglich zweimal in nasse Leintücher eingepackt werden, und nach 2 Stunden 1 Vollbad nehmen mußte, um daS lästige und schmerzliche Jucken und Brennen zu lindern.

Nachdem der Ausschlag sich verloren und abgeheilt war, ließ auch der Tripper bedeutend nach, worauf er die Anstalt verließ. Nebst strenger Diät wurde aber daS kalte Baden und die Sitzbäder fortgesetzt, und nach Verlauf von zwei Monaten ist die gänzliche Heilung eingetreten.

8 .

(Heilung von syphilitischer Merkurial-Ver- giftung.)

R. N., 27 Jahre alt, ward in Folge von Aunsteckung 2% Jahre lang allopathisch behandelt. Es wurden alle erdenkliche Medikamente, als: Merkur, Schwefel, Jod u. f. w. angewendet, daß er bis zu einem vollkommenen Skelet abgemagert war, und nicht mehr gehen und stehen konnte. Er litt an Knochenauftreibungen, und war über- dieß mit einem syphilitischen Geschwüre auf der Achsel behaftet. In diesem Zustande betrat er, bei Jedermann, der ihn sah, Bedauern erweckend, im August die Anstalt, und mußte auS dem Wagen gehoben und geführt werden.

Am Anfang ward der Patient mit nassen Leintüchern abgerieben, und nasse Umschläge gebraucht. Nach Verlauf von 8 Tagen folgten Regenbäder und der NeptunSgürtel; später 1 Vollbad, Regenbäder, nasse Umschläge und kalte Klystiere. Erst nach 36 Tagen hatte der Kranke sich so erholt, daß mit der vollen Kur der Anfang gemacht wer­den konnte. In Allem wurden gebraucht:

96 Regenbäder

13 Sitzbäder

59 Vollbäder

107 nasse Umschläge und 40 Einpackungen zum Schwitzen.