315

einer Dauer von 8 Monaten, daß bei jedesmaligem Wasserlassen in die 20 Tropfen an der opertrten Wunde herauSfloßen, welches ihm sehr hinderlich war, während dem der Tripper fortdauerte, einen sehr bösartigen Cha­rakter annahm, und viele ärztliche Mittel fruchtlos machte.

In diesem Zustande kam N. N. im Juni in die An­stalt. ES wurden

143 Vollbäder

117 Sitzbäder

14 Regenbäder

39 Einpackungen zum Schwitzen

31 nasse Einpackungen und 20 kalte Klystiere angewendet, im Durchschnitt täg­lich 4 Maß Wasser getrunken, nach 3 Monaten hatte sich die Fistel geschloffen, und 14 Tage später hörte der Tripper auf. Die Heilung trat ein und N. N. konnte im September (nach 100 Tagen) die Anstalt verlassen.

27.

(Heilung einer Kolik.)

N. N., 44 Jahre alt, genoß immer einer guten Ge­sundheit, als er sich im Sommer d. I. 1848 durch un­vorsichtigen Genuß von Kirschen sammt den Körnem eine Unterleibskolik zuzog, welche ihn nöthigte, medizini­sche Hilfsmittel anzuwenden. Nachdem er 16 Tage hin­durch Alles gebraucht hatte, waö zwei hochgestellte Aerzte n ihrer Kunst anzuwenden vermochten, nahm das Uebel o überhand, daß ihm dieselben den Rath gaben, sich so chnell als möglich inS allgemeine Krankenhaus bringen zu lassen. Da N. N. hiezu kein Zutrauen hatte, die ärzt­lichen Mittel ihm auch allen Glauben benahmen, das viele fruchtlose Mediciniren ihn in Schrecken gesetzt hatte, und da er den Tod vor seinen Augen zu sehen glaubte, ergriff er das letzte Mittel, und ließ sich im July in die Wasserheilanstalt bringen.

Sein Uebel hatte einen solchen Grad erreicht, daß er sich wie ein Wurm wand, vor Schmerz die Zähne loS- gebissen und geknirscht hatte, dergestalt, daß er sich

14 *