268
ten verficht, wo es nur etwas zu sehen gibt. Bis fie nicht ganz große Dame geworden ist, und bis fie.nicht den Muth hat, offen mit ihren früheren Bekannten zu brechen, werden wir die Gelegenheit benutzen und die Artigkeiten untgenießen. die man ihr, der Aussteuer ihrer Tochter zu Liebe, erweist.
„Gestern waren wir in der Oper, wo man die Stumme von Portici gab. Der Ausbruch des Vesuvs ist wun-, derbar ; eS ist eine schreckliche Schönheit, ihn zu sehen. Zm Zwischenact hat Ernestine mit ihren achtzehnjährigen Augen Herrn von Chargeboeuf bemerkt und mich auf ihn aufmerksam gemacht. Ich sah im Orchester einen dicklichen Mann mit ergrauenden Haaren, aber doch nicht so sehr verändert, daß man ihn nicht wieder erkennen konnte. Schau, sagte ich laut, Herr Chargeboeuf, unser alter Unterpräfect! Frau von Beauvisage wurde sehr roth, als hätte ich etwas Unanständiges gesagt, und srug mit ruhig sein wollender Stimme: Wo ist er denn? Ich zeige ihr den jungen Mann, welcher der Bühne gerade den Rücken kehrte und mit der Lorgnette auf unsere Seite sah.
„Die kleine Bewegung in unserer Loge scheint dem alten Anbeter ausgefallen zu sein; er mußte uns bemerkt haben, verließ seinen Platz, und bald kündigte uns ein leise- Klopfen an unserer Thüre einen Besuch an.
„Da nur für vier Platz in der Loge war, war Herr von Trailles nicht mit uns gekommen. Er war uns gegenüber in der ersten Galerie in einer Loge, die man Höllische Loge nennt. Ich saß mit Ernestine an der Thür, öffne fie, da steht der Unterpräfect und wundert fich, sein altes A rrondiffement hier versammelt zu sehen.

