452
da- sind Bortheile, die Sie mit all Ihrem Talente und mit noch so viel Reichthum nicht erreichen werden.
— Was habe ich Ihnen in London gesagt?
— Sehr viel sagten Sie mir damals.
— 2a, aber unter anderem sagte ich Ihnen, daß in meinen Augen der Künstler unter den Menschen auf ber höchsten Stufe steht.
— Gewiß, aber die Ansichten ändern sich mit den Jahren, man macht Erfahrungen, wenn man älter wird.
— Meine Ansichten ändern sich nie; was ich einmal für gut befunden, finde ich immer gut; wa- ich gehaßt habe, hasse ich; was ich einst geliebt, liebe ich fort, und da ich erprobt habe, daß dem, der zu warten weiß, gar manches gelingt, so habe ich nicht die mindeste Lust, gegen ein Marquisat meine Zukunft einzutauschen. Was würde übrigen-, fügte sie heiter hinzu, aus dem armen Lord Baltimore, au- Rastignac und meinen andern Anbetern werden, wenn ich mit Herrn von RocquerolleS allem ein Ende machte.
— Wa- Rastignac betrifft, versetzte Sallenauve ernst, so sollte dieser Name Ihrerseits vielleicht in ernstere Erwägung gezogen werden; es ist Ihnen wol bekannt, daß Sie, bereit- die Ursache häuslicher Mißhelligkeiten, leicht größere- Unglück anstiften können.
— Auch in dieser Beziehung sagen Sie mir uichts Neues, ich w eiß alle- und au- sehr guter Quelle, von Frau von Rastignac selbst; sie war so großherzig, sich mir anzuvertrauen, und ich ließ ihr antworten, daß sie binnen wenigen Tagen von mir nicht- mehr zu befürchten haben werde.
— Wie so? fragte Sallenauve, glauben Sie, daß Sie

