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werden kann. Das frühere Nach suchen, oder das längere Krank werden lassen hängt hauptsächlich davon ab, wie das Stück nach dem Schüsse gezeichnet, oder welches Pürschzeichen der Jäger gefunden hat. (Darüber ist das Genaue bei Pürschzeichen, Waidwundschuß und Zeichnen gesagt.)

Hier möchte wohl die geeignete Stelle sein, daß ich mir erlaube, dem Jagdfreunde, wie dem Waidmanne zwei beachtungswerthe Winke zu geben, die aus meiner eignen vieljährigen Erfahrung 'hervorgehen:

Erstens. Es gibt viele Jäger, im Waid werke recht tüchtig, die aber den Grundsatz haben, alsobald auf den Schweiß zu Hetzen, und zwar oft den nächsten besten Jagdhund, wenn sie keinen Schweiß­hund bei der Hand haben, sobald sie aus dem Pürschzeichen oder aus dem Zeichnen erkennen, daß dem Stücke ein Lauf entzwei ge­schossen ist. Dies Nachhetzen wird besonders gern unternommen, wenn es schon während der Pürsche zu regnen angefangen hat, oder ein naher Regen und durch denselben das Hinwegwaschen des Schweißes zu befürchten ist. Es ist allerdings richtig, daß ein Stück mit entzwei geschossenem Laufe nicht sobald halt und sich niederthut, als ein mit einem Hauptschuße angeschweißtes Stück; daher kommt es auch größtentheils, daß manche Jäger, die vorzüg­lich flüchtige Hunde haben, auf den Schweiß hetzen, damit diese recht bald das Stück einholen und es entweder stellen oder nie­derziehen. . Aber das gelingt nur selten und meiftentheils ist die Folge, daß ein am Laufe oder Schlegel wundes Stück, flüchti­ger als der Schweißhund und alle seine Kräfte anstrengend, den Hund weit hinter sich läßt, bald keinen Schweiß mehr verliert, so lange flieht, bis es, oft in stundenweiter Entfernung vom Anschuß, aus Ermattung sich nied erthun muß, verendet und nicht des Jägers Beute, sondern den Raubthieren zum Fraß wird.

Zweitens. Dietrich aus dem Winkel, unser hochgefeierter Ober­meister der Jagdschriftsteller-Innung , sagt:der tüchtige Jäger soll nie pürschen gehen, ohne den Schweißhund bei sich zu führen." Ferne von dem lächerlichen Eigendünkel, einen Dietrich aus dem Winkel bekritteln oder gar belehren zu wollen, aber auch im­mer bereit, das zu geben, zu behaupten und zu schützen, was mir vieljährige Erfahrung gelehrt hat, erkläre ich offen und fest, daß das Mitführen des Schweißhundes beim Pürschen fast immer hinderlich, sehr oft sogar nachtheilig ist.

a. Hinderlich. Ist der Schweißhund auch ganz dazu dreßirt, dem Jäger auf dem Fuße nachzugehen, so muß er, vieler Ursachen wegen, doch immer an der Leine geführt werden. Kein Pürsch- steig kann, vom Anfänge bis zu seinem Ausgange, so rein gelichtet sein, daß nicht unten an den einschließenden Bäumen, Poschen oder Sträuchen dort und da ein Zweig oder auch nur ein Aeftchen in den Steig herein stehe. Oft verwickelt sich die Leine, der Jäger muß