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Glaubte der Bauer mit der in dem Graben sich befindenden Anzahl von Gänsen vorlieb nehmen zu dürfen, so warf er seinen Düngerdeckel rasch vom Kopf zurück, sprang mit einem tüchtigen Prügel bewaffnet, aus seiner Grube hervor und schreckte natürlich durch sein plötzliches Erscheinen alle auf dem Feld befindlichen Ganse zu wildester Flucht auf. Auch die armen Hungrigen in dem Gra­ben wollten fliehen, allein wie und wohin? Der Graben war zu lang, als daß sie durch Laufen den raschen Bauern hatten entrinnen können und war so schmal, daß sie weder sich wenden und in der Verzweiflung über die Ränder springen, noch die Schwingen zum Ausflug ausbreiten konnten. Sie wurden die unfehlbare Beute der pfiffigen Bauern und unbarmherzig mit den Prügeln erschlagen.

Die Sache gefiel mir für Zugvögel nicht übel und ich machte den Versuch, auf dieselbe Weise einmal vielleicht ein Paar Kraniche zu erhaschen, um sie als Rarität in meinem Gehöfte umherlaufen zu lassen. Sehen Sie die drei stattlichen Kumpane in meinem Gar­ten? Sie sind die lebendigen Beweise des Gelingens jener Ver­suche, aber nicht die einzigen, indem ich im Lauf der Jahre deren über zwanzig sing, theils verspeiste, theils an andere Freunde der Thierwelt verschenkte.

So klug war ich gleich anfangs, daß für den Fang der Kra­niche der Graben notwendig viel tiefer gemacht werden müsse. Aber gerade diese Tiefe des Grabens scheint auch diese schlauen und scheuen Thiere von dem Verfolgen der Körnung bis in den Hohl­weg abzuhalten und nicht selten stolziren sie ringsum äugend und sichernd umher und foppen den lauernden Jäger, um endlich den­noch plötzlich von irgend einem panischen Schrecken ergriffen, zu ent­fliehen. So viel habe ich gemerkt, daß der Kranich nur in Zeiten des äußersten Hungers und der größten Noth in solche Gräben sich wagt und rechne daher selbst diese Fangart weder zu Jägers lustigem, noch zu dessen sehr empfehlenswerthem Zeitvertreib.

Es ist mir nicht undenkbar, daß es hin und wieder gelingen dürfte, in der kahlen Spätherbstzeit und namentlich in der Beftell- zeit auf diese Weise einiger Trappen habhaft zu werden, aber selbst versuchen mag lch es nicht, wer Zeit und Lust hat, der setze sich im­merhin getrost unter die Düngerhaube *).

) Der von diesem Kranichfang erzählende Jäger und der nacherzäh­lende Freund sind zu sichere Gewährsmänner, als daß ich an der Wahrheit der Erzählung'im geringsten zweifeln dürfte, obgleich jedem Waidmann da« gegen große Bedenklichkeiten aufstoßen werden. Namentlich will mir nicht einleuchten, womit die Kraniche angekörnt oder angekirrt werden sollen. Der Erzähler schweigt ganz hierüber. Mit Körnern dürfte der Versuch nicht wohl gelingen; aber woher Würmer, Schnecken, Insekten rc. in der