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Hirsch vom vierten Kopf, im sechsten Jahr ist er ein schlecht jagd­barer Hirsch und im siebenten ein jagdbarer. Erwächstbisins achte Jahr und wird von der Zeit an ein Kapitalhirsch genannt. Andere Benennungen hat er nach der Anzahl der Enden, wie Zeh­ner, Zwölfer oder Zwölfender rc. Die Hirsche werden von vielen Krankheiten befallen: 1) die Knotenkrankheit, welche auch das Rindvieh im Sommer befallt und sich durch große, eine gelbe Feuch­tigkeit enthaltende Knoten an verschiedenen Theilen des Leibes zeigt, richtet oft eine ganze Wildbahn zu Grunde. Da das Rothwild da­bei hinkt, so läßt dieß der Jäger durch Hunde fangen, schneidet die Knoten auf und wischt die Wunde mit Essig und Salz aus. Dieß hilft 'zuweilen. Da die Krankheit ansteckend ist, so muß das ge­sunde Wildpret in andere Reviere getrieben werden. 2) Die Le­be rfäule, welche die Auszehrung verursacht, richtet auch oft große Niederlagen unter diesem Wildpret an. Sie soll aus schädlichem Thau, der vorzüglich die Kleearten befällt, entstehen. 3) Die Ruhr erfolgt nach anhaltenden kalten Wintern, wenn das Hirsch- wildpret zu gierig junge Knospen und Keime frißt. Das Heusüt- tern im Winter verhütet diese Niederlage. 4) Zu viele Enger­linge über der Gurgel, oder Drossel, sind auch tödtlich. Allem es scheint, als wenn die vielen Engerlinge eine Folge von einer vorher gegangenen Krankheit waren, da mehrentheklS Kümmerer so sehr da­mit überladen sind, daß sie die Klumpen derselben nicht ausnießen können, sondern daran ersticken. 6) Das Verhalten des Harns bei männlichen Hirschen, besonders in der Brunft, ist ihnen sehr schmerzhaft. 6) Sie leiden auch zuweilen an Zahnweh. Es war bei aufgebrochenen Hirschen, die elend waren, keine andere Ursache zu entdecken, als fast ausgefaulte Hacken und angegangene Back­zähne. Vielleicht ist langes Hetzen und nach der Hitze ms Wasser springen, oder an einem kalten Ort sich niederthun, die Ursache die­ses Uebels. 7) Nicht blos die Haarballen, welche aus abgeleck­ten Haaren, oder andern faßrigen Dingen im Magen entstehen, sondern auch die Hirschkugeln, welche gelblich aussehen und eine steinartige Rinde haben, machen fle kränklich, ja verursachen ihnen zuweilen den Tod. Unter ihren Feinden ist der unbarmherzigste der Mensch', nicht als edler Waidmann, der den Hirsch seines wohl­schmeckenden Wildprets halber jagt, sondern als unedler Renn­jäger (Parforcejäger), der sein Vergnügen bei dieser Jagdmethode nicht zu mäßigen weiß, sondern dieß Wildpret so martert, daß er sich den Vorwurf zuzieht, als finde er nicht so wohl an dieser Jagd, als vielmehr an der Angst arnd Qual eines zu Tod gehetzten Hir­sches Freude. Wölfe und Luchse, Erbfeinde des Rothwildes, können ihnen in den cultivirten Gegenden Deutschlands nicht viel mehr anhaben. Allein dafür sind sie von mehrcrn Insekten ge­plagt. Die Ochsenbremse (Oestrus bovis»), eine rauhhaange , 17*