1 __ 4

Hatt' Ich von dem erblaßten Munde Nur noch ein Lebewohl gehört:

O Gott! Mir wär' die Abschiedsstunde Viel Tage Meines Lebens werth.

O Trost! hätt' Ich Dich noch umfaßet, Mein Mund Dich sterbend noch geküßt; Wie hätte Dir, als Du erblasset,

Die Liebe Deinen Tod versüßt.

*

* *

O! kehrte von verfloßnen Tagen Doch nur ein einziger zurück;

WaS wollt ich Dir nicht alles sagen;

Wie sollte jeder Augenblick,

Und jede stüchtige Sekunde Mir werth, wie viele Jahre seyn,

Und jedes Wort aus Deinem Munde Mir immer unvergeßlich seyn.

*

* *

Doch sie entstoh'n die schönen Stunden,

In denen Ich Dich Mein genannt.

Die Worin', die Ich dabey empfunden.

Ist tausend Seelen unbekannt.

Von Dir, o Freund! geliebt zu werden. War mehr als aller Thronen Ruhm; Dein Herz war Meine Krön' auf Erden, War Meiner Seele Eigenthum.