166 Wer Christo im Leben nicht folget, bleibet in Finsterniß.

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gen, tugendhaften Leben ein Licht der Welt worden, daß ihm alle Men­schen folgen sollen, und an ihn glauben, auf daß sie erleuchtet würden. Die Heiden, welche die Tugend so lieb gehabt, beschämen die Christen, weil sie wissen, daß Christus eitel vollkommene Tugend ist, und folgen ihm doch nicht im Leben. Denn Plato, Aristoteles, Cicero, Seneca, die weisesten Heiden, haben gesagt: Wenn man die Tugend sehen könnte, würde sie heller leuchten, als der Morgenstern. Die aber Christum gesehen haben im Glauben, die haben diesen schönen Morgenstern gesehen, ja das Wort des Lebens selbst, und Habens mit Händen angetastet,

1 Joh. 2, 1. Haben aber die Heiden die Tugend lieb gehabt, und die­selbe begehret zu sehen; wie vielmehr sollen Christen dieselbe lieb haben, denn Christus ist eitel Tugend, eitel Liebe und Sanstmuth, ja Gott selbst.

13. 7, Christum lieb haben, spricht St. Paulus Eph, 3, 19. ist besser, denn alles Wissen. Wer ihn nun lieb hat, der hat auch seine Demuth und Sanstmuth lieb, und nimmt dieselbe gerne an sich, aus Liebe gegen Christum, da wird er denn erleuchtet und täglich verkläret in das Bild Christi, 2 Cor. 3, 18. Den Demüthigen giebt Gott Gnade, spricht St. Petrus, 1 Ep. 5, 4. Daher St. Bernhardus spricht: Die Ströme der Gnaden stießen unter sich, nicht über sich. Wie sollte denn die Gnade des Lichts und Erkenntniß Gottes zu den Menschen kom­men, die nicht in dem heiligen Leben Christi wandeln, sondern in den Wegen des Lucifers ? Denn Glauben und Glaubensfrüchte lassen uns nicht unfruchtbar seyn in der Erkenntniß Christi, 2Pet. 1, 8. Inden Demüthigen lebt Christus, da ruhet denn über ihnen der Geist der Weis­heit und des Verstandes, des Raths und der Erkenntniß, der Kraft und Stärke, und der Furcht Gottes, wie über Christo selbst. Denn Chri­stus ist in einem solchen Menschen, in dem sein Leben und Licht ist, denn dieß alles ist er selbsten. Und darum ruhen die Gaben des heiligen Geistes über einem solchen Menschen, wie über Christo selbst, wie Esaias^ Cap. 11,2. davon geweissaget hat.

14. 8, Darum spricht St. Petrus: Ap. Gesch. 2, 38. Thut Buße,-.^ so werdet ihr empfangen die Gaben des heiligen Geistes. Dero-' * halben ruhet der Geist Gottes, der die Herzen erleuchtet, allein über den Bußfertigen und Gläubigen.

15. 9, Wer nun von der Blindheit seines Herzens will erlöset seyn, und von der ewigen Finsterniß, ja von dem Teufel selbsten, der folge Christo nach im Glauben, in wahrer Bekehrung und Besserung. Je näher Christo, desto näher dem ewigen Licht; je näher dem Unglauben, desto näher dem Teufel und der Finsterniß. Denn dieß hängt alles an einander, der Glaube, Christus und alle Tugenden; der Unglaube, Teu­fel und alle andere Sünden.

16. 10, Die heiligen Apostel folgeten Christo im Glauben, ver- ' schmäheten die Welt, verläugneten sich selbst, sagten ab allem, was sie hatten, lebten in Einigkeit, da wurden sie von oben herab erleuchtet, und empsiengen den heiligen Geist, Ap. Gesch. 2, 1. seq. Das wollte der reiche Jüngling, Luc. 18, 23. nicht thun, darum blieb er in der Finster-