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Richtige Wiederholung des ersten Buchs.
auf daß, wenn der Mensch hätte wissen wollen, was Gott wäre, so hätte er sich selbst angesehen, und Gott, als in einem Spiegel, in sich selbst gesehen ; ja er hätte Gottes Ebenbild in seinem Herzen empfunden.
10. Dieses Bild Gottes ist des Menschen Leben und Seligkeit gewesen; das hat ihm aber der leidige Satan mißgönnet, und die aller-
* größte List und Geschwindigkeit gebraucht, das Bild Gottes im Menschen zu zerstören, durch Ungehorsam und Feindschaft wider Gott, 1 Mose 3, 4. Keine größere Geschwindigkeit ist je gebraucht worden, und wird v auch nimmermehr gebraucht werden, als der Teufel allda gebraucht hat. Denn es hat ihm und dem ganzen menschlichen Geschlecht ihr allerhöchstes - " ' Gut gegolten, wer des Andern Herr sollte seyn und bleiben ewiglich. Und hat, nach seiner grossen List und Geschwindigkeit, nichts Höheres finden können, womit er den Menschen betrügen und von Gott reißen könnte, als wodurch er selbst gefallen war, und sich selbst betrogen hatte. Solche Begierde bildete er unserer ersten Mutter ein, durch das schönste und lieblichste Thier im Paradies, aufs freundlichste und gütigste. Was :i kann für ein besserer und höherer und weiserer Rath seyn, als wie ein Mensch Gott selbst werde ? Denn dadurch wird das Bild Gottes im Menschen zerstöret, und des Satans Bild eingedrückt, welches nichts anders ist, als wollen Gott selbst seyn.
11. Als nun diese Begierde und allergrößte Hoffart dem Menschen eingebildet war, da folgte der Fall, Ungehorsam und die Uebertretung des Gebots Gottes an dem verbotenen Baum; da ist das Bild Gottes erlo- schen, der heilige Geist vom Menschen gewichen, und das Bild des
. u Satans eingedrückt worden. Dadurch sind sie des Satans Leibeigene und.
Gehorsame, und er ihr Herr geworden, und hat in ihrer Seele gewüthet, wie ein zorniger Riese über ein armes Kind wüthet, ihren Verstand verfinstert und geblendet, ihren Willen von Gott abgewandt durch den höchsten Ungehorsam, alle Kräfte des Herzens Gott widerspenstig gemacht, und mit höchster Bosheit vergiftet: Summa, das ganze Bild Gottes in ihnen getödtet, und dagegen sein Ebenbild in sie gepflanzet, sie mit seiner bösen Art besaamet, und also zu seinen Kindern nach seinem Bilde geboren, mit aller Sünde und Feindschaft Gottes. Also sind sie des ewigen Todes gestorben. Denn gleichwie das Bild Gottes das ewige Leben und ^ Seligkeit des Menschen gewesen ist, also ist die Beraubung des Bildes '' " > Gottes der ewige Tod, und die ewige Verdammniß, Eph. 2,1. Eol. 2,15. / 12. Diesen Tod verstehen am besten die betrübten Herzen, so die ho-
hen geistlichen Anfechtungen leiden müssen, und des Teufels Tyrannen, Wüthen und Toben wider die arme Seele erfahren, über die gewöhnliche Macht der Sünden. Wenn da der heilige Geist unter dem Kreuze stille ' . hält, und sie nicht tröstet, und mit lebendigem Tröste erquicket, so kommt
j -' der Satan über sie, tödtet sie mit diesem Tode, und quälet ihre Seele mit
der Höllenangst. Da verschmachtet der ganze Leib, das Herz verwelkt, " das Mark verschwindet, wie Ps. 6. und 38. stehet. Da sind ihm alle Worte Gottes tobt, und findet kein Leben darinnen, fühlet keine Andacht •ß ' und geistliches Leben in ihm. Das ist der rechte geistliche Tod. Da

