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Beschluß des ersten Buchs.

stinkender Erdklumpen. Und wenn Gott seine Gaben nicht in dich legt, so bleibest du ein leeres Gefäß. Gleichwie die Rleinodien, die man in ein Kästlein legt, nicht des elenden bloßen Kästleins seyn, son­dern dessen, der sie hinein gelegt hat; also sind die Gaben nicht dein, du bist nur ein bloßes Gesäß dazu. Sollte das elende Gefäß stolziren we­gen des fremden Gutes? Wie du ferner im andern Buch sehen wirst.

2. Wie ein Herr Macht hat, alle Stunden sein Gut aus dem Kästlein zu nehmen, und dasselbe in ein anderes zu legen, oder gar bey sich zu behalten; siehe, so kann Gott alle Stunden dir seine Gaben wieder neh­men, darum sey nicht stolz, sondern fürchte dich, Rom. 11, 20.

3. Mußt du von solchen Gütern schwere Rechnung geben deinem Herrn.

4. Gedenke auch nicht, wenn du noch so schöne Gaben hast, so habest du alles hinweg. Ach lieber Christ! es ist kaum der Anfang, es mangelt dir noch viel. 5. So sollst du wissen, daß du keine dergleichen vollkom­mene gute Gaben, ohne Gebet, von Gott erlangen wirst, Jac. 1,17. sondern was du hast, ist als ein Schatten und dummes Korn, das keine Frucht bringt und verwelket, ehe es reif wird, wie du solches in meinem Buch sehen wirst, wie nämlich solche himmlische Gaben von Gott müs­sen erbeten werden, und ohne Gebet in kein Herz kommen. Damit du aber dessen einen kleinen Vorschmack haben mögest, so lies das Tractät- lein vom Gebet im folgenden Buche. Auf zwey Dinge mußt du sehen in Gebet. Erstlich, daß das Bild des Satans in dir zerstöret werde, Unglauben, Hoffart, Geiz, Wollust, Zorn, rc. Darnach, daß das Bild Gottes in dir möge aufgerichtet werden, Glaube, Liebe, Hoff­nung, Demuth, Geduld, Gottesfurcht. Siehe das heilige Gebet des Herrn, das Vater Unser an; dasselbe geht wider dich, und für dich.. Soll Gottes Name allein geheiliget werden, so muß dein Name und Hoffart untergehen. Soll Gottes Reich kommen, so muß des Satans Reich in dir zerstöret werden. Soll Gottes Wille geschehen, so muß dein Wille zu nichts werden. Siehe, das sind zwey Theile eines nütz­lichen Gebetbuchs, welches nach Ordnung des Vater Unsers die himm­lischen, ewigen Güter und Gaben, so in demselben Gebet des Herrn be­griffen, von Gott lehret suchen und erbitten. Denn im Vater Unser sind alle Seelen- und Leibesschätze und Güter, als in einer Summa, verfasset, so wir zeitlich und ewig bedürfen. Darum wird auch Gott der Herr, unser lieber Vater, willig seyn, uns zu geben, was uns sein lieber Sohn hat befohlen, von ihm zu bitten. Davon zur andern Zeit an seinem Ort.

Gebet um Vermeidung geistlicher Hoffart.

O mein Herr und Gott! dieweil ohne Buße und Glauben niemand zu dir kommen, oder einigen Trost haben kann, ach, so wirke du selbst in mir wahre Buße, in täglicher Kreuzigung des Fleisches, Verschmähung der Welt, Erneuerung in Christo, rc. Und wo ich finde, daß du etwas Gutes in mir angefangen hast, so laß mich solches mit Demuth und Dank erkennen, und fortfahren mit Furcht und Zittern, meine Seligkeit durch deines Geistes Gnade und Kraft zu schaffen, Amen.