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> weiterer augenfälliger Beweis dafür nicht auch die Thatsache, daß eine größere Glasfabrik zu Oerlach mit 89 Arbeitern im m t Laufe dieses Jahres aus dem Oberamtsbezirke Backnang hinweg nach Zuffenhausen, in die unmittelbare Nähe der Residenz

l verlegt worden ist? Der alte Satz, daß die Glassabrikation nur in holzreichen Gegenden, mitten im Walde möglich sehe, ist

durch die billigen Steinkohlensrachten umgestoßen, sosehr, daß auch eine Murrbahn, die nur 1% Stunden davon entfernte Glashütte nicht hätte halten können, aber schwerlich hätte bei einer Bahn der Fabrikant an eine Uebersiedelung in eine i gunz andere Gegend gedacht. Die Glasfabrikation würde ihren Sitz bei der billigeren Arbeit im Murrthale selbst

[ ausgeschlagen haben. Sollte es nicht ferner erlaubt sein, an die Thatsache zu erinnern? daß auch jetzt und seit den

t Jahren allgemeinen gewerblichen Aufschwungs die in Folge der Gewerbsstockungen der 50er Jahre ausgegebenen größe- - jj reu gewerblichen Unternehmungen, wie die Glasfabrik, die chemische Fabrik zu Gaildorf an ihren früheren Sitzen nicht 4 ~ i wieder ausgenommen werden können,'weil trotz der bei der Hand liegenden verhältnißmüßig billigen Arbeitskräfte der Bezug der Hülss- und Verwandlungsstoffe, sowie der Versandt der fertigen Waaren ohne die Vermittlung der Eisem r.fiwn ! bahn zu theuer zu stehen kommt?

l Nichts desto weniger mußten bei dem lohnenden Preise der Bodenprodukte, besonders des Holzes, der gewerb-

istLfc: i lichen Fabrikate, dem hohen Stande aller Arbeitslöhne, die Murr- und obere Kochergegend durch ihre thätige, genüg-

srrt same Bevölkerung sich heben, und hätte sie sich nicht gehoben, so würden wir zuerst gestehen, daß die Grundlagen für

' eine günstige Entwickelung des gesammten Nahrungslebens und damit für die Bauwürdigkeit einer Eisenbahn fehlen. vis- ! Was aber nach unserer ganzen bisherigen Ausführung außer Frage steht, ist dies: daß unsere land-und forstmirthschaft- liche und gewerbliche Entwicklung noch nicht auf der Stufe des so wünschenswertheu Geichgewichts augelangt ist, sowie -i.L , daß sie nicht Schritt halten kann mit Gegenden in denen die Eisenbahnen ihre wohltätigen Wirkungen zunächst äußern, endlich, daß jede Stockung im Erwerbsleben, selbst außerhalb dieser Gegenden, das Murr- und obere Kocherthal, so ..htpi : lange sie ohne Eisenbahnen sind, empfindlicher und nachhaltiger trifft; denn bei der jetzigen Eigenthümlichkeit ihres Er- werbs treten hier die jedem Leser nicht näher zu beschreibenden Erscheinungen der örtlichen Uebervölkeruug in einem ; großartigeren Maß stabe als anderwärts ein. Von solchen Krisen wird aber wiederum der Obcramtsbezirk Backnang

. ,;.»? | am empfindlichsten ergriffen, weil gerade während ihrer Dauer der Absatz des Holzes und der Holzfabrikate stockt, ohne

daß deßhalb der Bedarf an Früchten in entsprechend billigerem Preise eingekauft werden könnte. Der Walveigenthümer

hat die Gewerbsstockung so stark wie der Gewerbtreibende selbst zu empfinden. Nun sehe man doch unsere Tabelle

oben Seite 17 über die Verkeilung des Bodens nach dem Stand der Eigenthümer etwas näher an.

Während nach dem Landesdurchschnitt nur 19, 80 0 / 0 der gesammten Waldfläche in Privathänden sind, haben die Privatpersonen

im Oberamtsbezirk Backnang . . . 18,627 3 / 8 Morgen (davon im Revier Murrhardt allein 10,228 Morgen) oder 52, 75 %

l . im Oberamtsbezirk Gaildorf . . . 20,039 Morgen, oder 47, 26 °/ 0 im Besitz;

der Staat aber dem Landesdurchschnitt von 31, 53 °/ 0 gegenüber nur

im Oberamtsbezirk Backnang . . . 9832% Morgen, oder 27, 80 °/ 0

.. 1 im Oberamtsbezirk Gaildorf . . . 12,843% Morgen, oder £o, 39 %.

| Gerade im Kerne des Murrthalbahn-Gebiets bestimmt sich der sichere Wohlstand des Grund-EigenthümerS

: % | nicht nach dem Umfang seines landwirthschaftlich benützten Besitzes, sondern nach der Größe seines Waldes.

Wir müffeu es wiederholen, das Psahlgebirge ist der Schwarzwald im Kleinen; es hat die gleichen Nahrungs­

verhältnisse und muß wie dieser den baldigen Bau einer Eisenbahn wünschen, als Schutz gegen Verarmung und in­dustrielle Rückschritte ebenso sehr, wie als die Bedingung einer besseren Benützung der Naturschätze und Arbeitskräfte.

Durch die von der hohen Staatsregierung beabsichtigte Ausstattung des Schwarzwaldes mit einem vollstän­digen Bahnnetz und dessen Verbindung mit Stuttgart wird unzweifelhaft auch der große volkswirthschaftliche Vortheil erreicht, daß von dem Schwarzwalde aus der holzarmen Landesgegend am unteren Neckar nicht nur das Brennholz, sondern auch das Nutzholz, sowie die verschiedensten Holzsabrikate mit wohlfeiler Eisenbahnfracht zugesendet werden können.

Wird nun aber die Murrbahn nicht gleichzeitig mit der Stuttgart und den Schwarzwald in Verbindung setzen­den Linie dem Betrieb übergeben, so wäre das Nadelholzgebict im Psahlgebirge der übermächtigen Concurrenz des Schwarzwaldes bloßgestellt und die Wirkungen der Staatsbahn kämen für uns dem Verbote des, freien Wett-

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