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Wenn nun das innere Glück in dem harmonischen Einklänge zwischen Vorstellungen und Bestrebungen liegt, so muß wohl die Selbstkenntniß die erste Quelle bieten, der zur möglichsten Verwirklichung jenes Zustan­des fruchtbare Behelfe entfließen.

Welche Anforderungen zur Thätigkeit, wenn der Mensch seine Eigenschaften kennen gelernt! Er erschrick: von der einen Seite vor der Masse des zu Bekämpfenden und zu Unterdrückenden, und erstaunt von der andern Seite vor der Reihe des zu Entwickelnden und zu Erhe­benden. In beiden Beziehungen öffnet sich ein weites Ge­filde für lohnende Kraftäußerung. Mag er in dem einen Falle als kühner Uibrrwinder seiner niedrigen Neigungen auftreten, und in den anderen sich als muthiger Beför­derer seiner höhern Triebe bewahren, immer entspricht er­den Anforderungen, die an ein Wesen gestellt werden, das in der Stufenfolge erschaffener Dinge auf den Mit­telstufen erscheint.

Nicht mit dem kecken Trotze des Hochmuthes, sondern mit dem milden Blicke der Bescheidenheit tritt der sich selbst erkennende Mensch in den Kreis seiner Mitmenschen. Unwillkührlich wird er zur Nachsicht bestimmt. Er belächelt ihre Thorheiten, aber er verdammt sie nicht; er bemitleidet ihre Schwächen, aber er verurtheilt sie nicht. Jene Thor­heiten und diese Schwächen geben ihm Stoff zur größeren Erkenntniß seiner Selbst, und bieten ihm Gelegenheit zur höheren Vervollkommnung seiner Selbst. Seine For-