Wir mrissen uns in den wirklichen Besitz derselben zu setzen srichen, unb jedes unserer Worte wird dann eine besondere Empfehlung feint, die auf Alle, die uns hören, Eindruck macht, und bewirkt, daß jeder seinen Beyfall uns gerne schenket.
Obgleich wir die Tugenden nicht bloß vorgeben sollen, sondern sie wirklich besitzen und so aus- üben müssen: so ist es uns doch keineswegs verwehrt, alles das nachzuahmen, was uns liebens- wrirdig und schätzbar an Andern erscheinet, jedoch so, daß unsere Nachahmung nicht sclavisch wird. Wollten wir die Stellungen, die Geberden und den Ton der Stimmen eines andern Menschen nachmachen, so wurden wir zu läppischen und erbärmlichen Harlekins werden.
Alles, was man von Andern annimmt, muß einen Anstrich von Eigenthümlichkeit bekommen, so, daß Andere auf die Meinung geführt werden, selbst die angenommenen Eigenschaften seren uns natürlich. Wir müssen alles eben so thun, wie jeder gut gebildete Mann, nur auf eine uns eigen- thümliche Weise, dann geschieht es auch, daß unsere Eigenschaften mit denen, welche Andere besitzen , auf das innigste vereinigt werden, und daß wir zu der Artigkeit in unserm Benehmen gelangen, welche der Gesellschaft allein den rechten Reitz ertheilt.
Der gute Ton oder die gute Lebensart hängt gar sehr von dem Beobachtungsgeifte und von der Gewohnheit ab. Der Beobachtungsgeist macht uns aufmerksam , unterrichtet uns über die gesellschaftlichen Gebräuche, und die Gewohnheit, macht uns mit

