Vom Secondc-Stpf remis.

Der Seconde Stoß remis ist, wenn man Seeonde gestoßen hat, und man Firne macht, als wenn man wieder in die Garde käme, aber statt in selbe zu kommen, macht man einen Kreis von unten bis oben der Klinge, und man stoße Seconde.

Dieß dient nur, um den Gegner zu verführen, und wieder einen leichten Seconde Stoß zu führen, weil man überhaupt glaubt, man kömmt in die Garde, und stößt in die Garde; wenn man also in der Seeo"de ist, und man stößt die Quarte, so heißt dieses: trornper la Seconde und Quarte. Fig. 9.

Vom 1111 deux et trois.

Das un deux et trois hat dieselben ersten zwey temps von un deux, aber nur daß man nochmals die Klingen wechselt, und macht ein drittes Tempo (trois), und fällt zugleich aus. Es ist nur der Unterschied in un deux et trois, statt man sich

in der Quarte findet, findet man sich in der Tierce. Um den Feind noch besser heran zu locken, kmit un deux et trois, macht

man die zwey ersten sehr langsam, und mit dem Oberleibe vorgcneigt um mit dem Zten Tempo mit einem schnellen Degage den Gegner zu überraschen.

Vom Contra Ziehen oder (tirer le contre).

Das Contra Ziehen ist eine Übung, welche sehr nützlich ist, um kleine Bewegungen zu machen, und die Faust in der Linie zu halten, damit die Spitze keine große Umkreisung macht; und um keine große Umkreisung zu machen, läßt der Meister den Schüler zwischen einem großen, 6 Schuh hohen Rahmen fechten ; er muß die Breite von 2 $ Schuh haben. Wenn der Schüler ohne selben zu berühren mit dem Degen, im einfachen Contra geübt, so läßt man ihm das Contra und verschiedene andere Stöße üben. Wie Fig. 13. DerRahmen Fig. 14.

Von der Desarmirung.

Ein Zweikampf kann natürlich durch die völlige Entwaffnung des Gegners am geschwindesten beendigt werden. Sie wird

also unternommen, um die Waffe aus des Feindes Faust zu bringen, welches man das desarmiren (chassiren) nennt.

Vormals brachte man die Dcsarmirung mittelst Erhaschung des feindlichen Degens und einer Volte zu Stande. Man er­griff näbmlich plötzlich, wenn sich die Gelegenheit darboth, mit der linken Hand kräftig das Stichblatt des Gegners, indem man zugleich den linken Fuß an die Stelle des rechten, und diesen auf den verlassenen Platz des linken bewegte; der rechte Arm, der durch diese Bewegung zurückkam, setzte die Spitze seiner Klinge an die feindliche Brust.

Auch geschah es, daß man mit der linken Hand das rechte Faustgelenk des Feindes erfaßte, wobei der linke Fuß beinahe in jene Entfernung vor den rechten trat, als er in der Garde hinter demselben stand.

Allein dieß Unternehmen ist eben so gefährlich, als unedel, und die glückliche Ausführung dieser Art Desarmirung höchst unge­wiß; doch gesetzt, es gelänge uns, sollen wir dann niederträchtiger Weise den Feind ermorden, nachdem wir ihm hinterlistig der Mittel zu seiner Vertheidigung beraubt haben? Jndeß kann sich in sehr geschlossener Distanz und bei einem starken Ausfall^der Um­stand ereignen, daß wir nur schwer in die Garde zurück zu gehn vermögen, und daher dem Feinde ganz bloß gegeben sind. In einem solchen äußersten Falle nun dürfte man zwar mit dieserDisarmirung seine Stellung versuchen, aber imFalle des glücklichen Gelingens jakeinen andern Vortheil daraus ziehen, als den, nicht selbst vom Feinde verwundet zu werden; im Gegentheile müßte man ihm seine Waffe sogleich wieder zurückstellen, und zu neuer Beginnung des Kampfes schreiten, wenn er schlechterdings darauf bestehen sollte. Die Desarmirung, welche gegenwärtig in den Accademien gelehret wird, kann entweder durch ein Croisement de Seconde, oder Liarument demicercle $u Stande gebracht werden, wodurch man mit seiner Stärke die feindliche Schwäche übernimmt, mit schlei­fender und drückender Bewegung des Feindes Klinge mittelst einer gewaltsamen kreisförmigen Drehung, die mit ausgestrecktem Arme, aber mehr vor- als seitwärts geschehen muß, dergestalt wegschnellt, daß sie ihm, wenn man sie mit hinlänglicher Kraft voll­führt, gleichsam entwunden wird. Diese DefarmirWtg ist zwar nicht unfehlbar, doch keineswegs gefährlich, sobald sie mit der gehö­riger Präzision und Geschmeidigkeit vollzogen wird ; denn sollte auch dem Gegner der Degen nicht ans der Hand gejagt werden,

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