Angst des Herzens.Ich weiß, daß Gott barmherzig ist, aber er ist auch gerecht. Ich war und blieb ein großer Sünder, und die Sünde muß gestraft werden.^

O welch ein betrübender Anblick ist der eines ster­benden Sünders, der nicht mit fester Zuversicht aus das Erbarmen, sondern mi. der Furcht des gerechten Ge­richtes seines Gottes aus dem Leben scheiden muß. Welch ein strafwürdiger Muthwille ist es, zu verhar­ren in der Sünde, und der Stimme und den Wirkungen des Geistes Gottes an seinem Herzen zu widerstehen!

So weit gehet die vor uns liegende Mittheilung der Geschichte eines Sterbebettes. Sie gehet aber wei­ter, als Mancher, der sie in unserem amerikanischen Blatte las, es denken mag. Sie betrifft nicht nur des fernstehenden Mannes oder des Nachbarn Haus und Herz, sondern sein eigenes; spricht nicht nur von den Gefahren eines fremden, sondern des eigenen, nahen oder ferneren künftigen Sterbebettes. Das Herz des Menschen, in welchem das Leben des Geistes noch wie ein Ungeborenes, im Fleische verschlossen lieget und schläft, oder, wenn es auch zuweilen auf Augenblicke dem Tageslicht die Augen öffnet, niemals recht wach bleibt, sondern immer wieder einschlummert, gleichet einem Dorfe oder einer Stadt ohne Mauern und Wehr, darin nichts Gutes wohnet. So lange kein äußerlicher Feind im Lande herrscht, bleibt auch ein solches unbe- schütztes und schlecht bewachtes Dorf in Ruhe. Es geht aber da aus und ein, wer da will, bei Tage wie bei Nacht steht Jedem der Durchgang frei, die Gäste