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guriern, Galliern, Puniern, Jtaliern, Griechen; die nicht Ge­setz, nicht Sitte, nicht Sprache oder irgend ein Naturgesetz ver­band. Und doch brachte es der Geist des Feldherrn dahin, daß so viele und so verschiedene Völker dem Befehle Eines Mannes folgten, und mrt Einem Sinne gehorchten; obschon sie nicht im­mer gleiches Schicksal begünstigte: denn obschon sie fast immer sehr glücklich waren, so waren sie doch oft auch das Gegentheil. Wenn daher jemand dieß alles bedenket, so wird er darin eines der größten Verdienste Ha n ni bals finden, und ohne Zweifel sagen: hätte Hannibal in andern Gegenden begon­nen, und zuletzt die Römer angegriffen, so hätte er kaum etwas unternommen, was er nicht aus­geführt hätte. So aber, weil er mit denen angefangen, mit welchen er hätte enden sollen, so endigten seine großen Thaten da, wo sie den Anfang genommen hatten.«

Eine allgemeine Charakteristik Hannibal's schien uns- thig, um den Mann genauer zu kennen, den wir auf seinem Wege voll Hindernisse begleiten wollen; und weil uns der Cha­rakter des Mannes immer mehr Aufklärung geben wird, als Angaben, die, obschon deutlich, doch immer, besorgen wir, an- gefochten werden dürften.

Ehe wir nun jenem auf dem Wege folgen, der ihn bey den Alten schon mit einer fast überirdischen Glorie umgab, der bey den Neuern bey den größten Widersprüchen angegeben wird; und der in den neuesten Zeiten wieder auf verschiedene Weise ausgesucht wird, wie wir in der Zergliederung der genannten Schriften zu zeigen Gelegenheit finden werden; glauben wir einem wahrschein­lichen Einwande begegnen zu müssen. Manche könnten sagen: Es ist uns sehr gleichgültig, ob und wo Hannibal über die Alpen gegangen sey. Denen unterfangen wir uns zu antworten: daß ein kühnes wohlberechnetes Unternehmen uns keineswegs deß- halb weniger merkwürdig scheint, weil es Jahrtausende von uns trennen, und wir möchten entgegnen, ob der, welchem die Ge­schichte überhaupt, der Spiegel der menschlichen Schicksale, ein lebendiges Interesse einflößt, die rein menschlichen Interessen nicht so anfzufassen habe, daß alles, was Großes, Schönes, Gutes, oder auch nur ausgezeichnet Kühnes je geschehen sey, so wie dessen Schattenseite ihn berühre, obschon er nicht gerade heute davon Nutzen oder Schaden ziehet? Dann dünkt uns ferner, daß von bedeutenderen Männern alles Wesentlichere immer Auf. merksamkeit erregen kann.

Auch scheint es uns nicht ohne Reiz, eine Frage aufzuneh­men, die Polybius entschieden, obschon nicht mit der unver­kennbaren Deutlichkeit, mit der ein genauer Geschichtschreiber