von jedem ein halbes Pfund, mit Mehl und Wasser so viel als genug ist, zur Latwerge gemacht, wovon man dem Pferde früh, Mittags und Abends, nachdem man ihm jedesmal zuvor einen Eymer mit überschlagenem Mehl-, Kleyen- oder Leinkuchen- Saufen vorgehalten hat, drey bis vier Spatel voll auf die Zunge streicht und bis zu der erfolgten Wirkung damit fortfährt.
Zugleich füttert man schon zwei Tage vor der Eingabe und so lange wie diese dauert, nur Kleye mit etwas wenig Hafer vermengt und giebt wenig oder gar kein Heu.
Reizender wirkt folgendes Purgirmittel und ist daher nur bei chronischen Krankheiten, als dem Dummkoller, der Räude, der chronischen Augenentzündung rc. angezeigt.
Man nehme;
Pulverisirte Aloe von der besten Sorte, eine Unze
— Rapondika, vier Unzen
—■ Glauberisches Salz, ein Pfund
löse' die Aloe in kochendem Wasser unter Zerreibung in einem steinernen Mörsel auf und mache sodann mit so vielMehl und Wasser als nöthig ist, das Ganze zu einer Latwerge oder Bißenmasse, welche man in drei gleiche Theile theilt, und den einen Theil früh, den andern Abends und den dritten den folgenden Morgen eingiebt, worauf sich die Wirkung des andern Tages zeigen wird. Auch hier bereite man das Pferd schon zwei Tage vor der Eingabe durch bloßes Futter von Kleye und sehr weykg Hafer und wenig oder gar keine Darreichung von Heu darauf vor, halte ihm während des Gebrauchs öfters überschlagenes Mehl-,Kleyen- oder Leinkuchensaufen vor uud mache ihm eine mäßige Bewegung.

