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sagen: es ist ein frommes Thier, es streckt die Arme zum Gebet empor, uns zur Ermunterung, und nennen es in ihrer Einfalt: Gottesanbeterin (Mantis religiosa). Das ist die einge­bildete Bedeutung des beständigen Armerhebens; doch die wirkliche Bedeutung ist himmelweit davon verschieden: der scheinbar fromme Sinn ist weiter nichts als ganz gemeine Raub­sucht, und diese treibt das Thier, die Klauen stets zum Fange erhoben und bereit zu halten, tut Fall sich etwas in der Nähe blicken läßt, das seiner Raublust zusagt. Doch ist's ganz in­teressant zu sehen, wie gar so schlau und listig sich das Thier benimmt, sobald sich eine Fliege oder Mücke in seinem Jagd­bezirke zeigt. Zuerst bleibt's ruhig sitzen, erhebt jedoch die Fang­füße unv den Borderleib, und dreht den Kopf nach allen Seiten, wohin die Fliege kriecht. Nähert sie sich nicht, so schleicht die Fangheuschrecke gleich einer Katze unvermerkt heran, streckt ihren Leib so weit als möglich und blitzschnell fährt sie dann auf die ersehnte Fliege los. Sie hält sie fest, beißt ein Glied nach dem andern davon ab, verzehrt es, und wenn die Mahlzeit ganz vollendet, so putzt sie mit dem Maule ihre Füße und ihre Füh­ler und setzt sich bann bedächtig wieder auf die Lauer. Doch halt, jetzt können Sie sogleich von dem sich überzeugen, was eben mitzutheilen ich das Vergnügen hatte." Und sieh, ein Mück- chen kam herbeigeflogen und ließ sich nieder, und mit gespann­ter Achtsamkeit und sichtlichem Behagen sahen nun die beiden Freunde, wie alles, was der Winzer ihnen mitgetheilt, sich durch die That bewährte.

Nachdem die Mücke abgethan und drauf der Jägerschmaus beendigt war, unv als die Jägerin wieder Posto gefaßt hatte, da näherte sich ihr der eine junge Mann von der Seite mit den Fingern, als ob er sie greifen wollte; aber plötzlich wandte sie sich und setzte sich zur Wehr, und als er dennoch nicht ab-