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das glimmernde Kreuz trug, sich erhob. Er drängte sich durch die Wagen der Reichen, welche vor dem Portal hielten; reich verziert waren die Wände des großen Gebäudes, und die seidenen Gewänder der frommen Kirchengänger rauschten und ihre Edelsteine funkelten in den Strahlen der untergehenden Sonne.
Ob solcher Pra.cht und Eleganz scheute sich der arme Mann einzutreten, denn er sagte zu sich selbst: „Du gehörst nicht hierher!" Doch als der Priester das Evangelium anhob: „Wer zween Röcke hat, der gebe einen dem, der keinen hat," da wagte er sich hinein und setzte sich hin unter der Menge in seidenen Gewändern und mit glücklichen Gesichtern.
Freilich war ein großer Abstand zwischen ihm und den übrigen Andächtigen; auf seinem Gesichte hatte die Arbeit tiefe Furchen gegraben und Roth und Entbehrung ihren Stempel gedrückt; seine Bekleidung war alt und die Farbe seines Rockes verblichen. Aber nichts desto weniger blitzten aus seinem Antlitze, das von Leiden erblaßt war, die Augen dem Lächeln eines Gottes gleich, als er sich in dem dunkelsten Winkel des prächtigen Gotteshauses niedergekauert hatte, durch dessen kostbare Bogenfenster die Strahlen der untergehenden Sonne ihre Pfeile auf die glücklichen Gesichter sendeten, und sich auf den Diamanten, welche aus den Busen schöner Frauen glänzten, brachen. Froh war der arme Pilger in seinem Herzen, und als er den gefüllten Tempel übersah, dessen gewaltige Bogen nur auf Pracht und Reichthum herabschauten, begann er zu sich selbst redend:
— In dieser großen Stadt giebt es keine Arme, keine, die da leiden, keine Hütten, wo Arme wohnen, keine Höhlen,

