Achtzehntes Kapitel.
Des Generals Ankunft in Dornberg.
Mic das miidegkjagte Tbicr wiederum zu seinem ersten Lager kehrt, so sucht auch Jeder, der das rastlose Treiben der Welt kennt, zulczt wieder die Stätte ruhiger Träume, aus dev.er in die Stürme der Welt trat.
Ulrich H r g n e r.
Wei Ernsts Lebzeiten konnte Graf K. Ludwig sich nicht entschließen, die Dienste seines Fürsten zu verlassen. So lange der Kriegszustand gedauert hatte, war ohnehin nicht daran zu denken, und nach hergestellter Ruhe hatte der Fürst sich ihm sehr gnädig bewiesen, und seine rühmlichen Dienste durch Beförderungen belohnt. Seiner Gnade verdankte er den Rang eines Generals, seiner Verwendung hatte er unter andern Beweisen von Huld den Besitz seiner Gattin aus einer an Gütern und Einfluß reichen Familie zu danken, welche ihn mit einem Sohne, Theobald, und zwei Töchtern, Angela und Lätitia, beschenkte. Ihre Erziehung und weitere Ausbildung war ein anderer Grund, den Dienst nicht zu verlassen, und seinen Aufenthalt in der Residenz zu verlängern. Sie standen in dem Alter von 8, 9 und 10 Jahren. Als die Kunde von des Bruders Tod an ihn gelangte, mußte er einen Entschluß fassen. Er erforschte seine Gemalin. Die sehr günstigen und einladenden Nachrichten von Dornberg aus, hatten diese längst schon lüstern gemacht, den Ort zu sehen, und sie zeigte sich sehr geneigt, einen Aufenthalt zu beziehen, der ihr so angenehm und anziehend beschrieben worden war. Die Willfährigkeit der Gattin bestimmte des Generals Wahl. Er bat um seine Entlassung, welche ihm mit Beibehaltung seines Ranges und Zusicherung des damit verbundenen Gehaltes ertheilt wurde. Die Vorbereitungen zur Reise wurden beschleunigt, um die schöne Jahreszeit — es war im Julius — zu benützen. Niemand freute sich mehr darauf, als des Generals Kinder, denen seit einiger Zeit so viel Schönes von Dornberg war erzählt worden. Es war ein heiterer, schöner Tag, als sie die Residenz verließen, und am frühen Morgen des dritten Tags trafen sie in Dornberg ein. Alle Bewohner hatten sich vereinigt, den Empfang recht feierlich zu machen. Die Herrschaft zog zwar durch
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