491
sein, und gerade zum Gegentheil von dem Allen führen, was man dadurch erzwecken wollte. Bei Tänzen haben sich besonders die Frauenzimmer bei ihrer leichten Bekleidung vor Erhitzungen und Erkältungen gleich sehr in Acht zu nehmen; und wer keine kräftige Gesundheit hat, wird besser ein solches Vergnügen entbehren , oder wenigstens nur mit gehöriger Einschränkung und Vorsicht sich erlauben. Heitere Spiele, Unterhaltungen und Belustigungen, welche zum Lachen regen, sind im Allgemeinen die passendsten Vergnügungen. Es läßt sich das Nützliche mit dem Angenehmen, Belehrung und Belustigung bei der Erholung sehr wohl mit einander verbinden. Die gebräuchlichen Spiele und die andern Vergnügungsarten aufzuzählen und zu beurtheilen, würde zu weit führen, da Jeder nach diesem allgemeinen Leitfaden schon das Bessere für sich wird auswählen können.
Achtundsieberrzigstes Kapitel.
Der Schlaf.
So leicht der nutzreiche Einfluß eines natürlichen Schlafes auf die Erhaltung der Gesundheit und für das ganze Wohlbesinden des Menschen zu erkennen ist, so wenig wird seine Wichtigkeit genug beachtet, vielmehr täglichen Erfahrungen zufolge so häufig hinsichtlich des Schlafes den Geboten der Natur entgeaengehandelt. Die Ruhe und der Schlaf haben den Zweck, die Kräfte zu ersetzen, welche durch das Wachen, die Thätigkeit, durch Arbeiten und Geschäfte verzehrt worden sind. Es ist durch ein Naturgesetz dem Menschen die Zeit des Wachens zur Thätigkeit, und die Zeit des Schlafens zur Ruhe festgesezt. Keiner wird über eine gewisse Zeit hinaus wach bleiben und thätig sein können, ohne endlich von Ermüdung und den Vorboten des Schlafes befallen, von Schläfrigkeit und Einschlafen überwunden zu werden.
Das nöthige Maß des Schlafes richtet sich nach dem Alter, der Gewohnheit, der ganzen Lebensart und der besonderen Leibeskonstitution eines feden Menschen. Doch im Allgemeinen darf man annehmen, daß ein erwachsener Mann nicht wohl über 6 — 7 Stunden, und zwar 3 — 4 vor, und eben so viele Stunden nach

