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Damit meine ich jedoch keineswegs ein beständiges Hofmeistern an der Stellung der Kinder; man dulde nur durchaus keine unan­ständigen, auch keine zu gebückten Stellungen beim Schreiben oder bei Handarbeiten, im Uebrigen lasse man sie ungestört, sowohl beim Arbeiten als beim Spiel. Haben sie von Natur eine gar zu krumme oder ungeschickte Haltung, so wende man lieber täglich eine viertel oder allenfalls auch halbe Stunde ganz eigens darauf, besonders wenn sie die Brust sehr einziehen, da dies höchst nach­theilig auf die Gesundheit wirkt, und am schwersten zu bekämpfen ist. Man bediene sich hiezu eines kleinen, viereckigen, abgestumpften Bretchens mit einer armlangen Latte an jeder Seite, dick und fest genug, daß sie sich nicht biegt; dieses Bretchen halte man über die Schulterknochen auf den Rücken und lasse das Mädchen mit aus­gestreckten Armen das Ende der Latten von unten auf fassen, und so entweder im Zimmer, oder, wenn es unbeobachtet geschehen kann, im Freien so lange umhergehen, als man will oder vielmehr als sie es aushalten kann, da die Stellung etwas ermüdend ist. Man bleibe indeß immer dabei gegenwärtig, und sehe darauf, daß zugleich der Kopf gerade und in gehöriger Stellung gehalten werde. Wiederholt man dies täglich ein oder einige Male, so wird man bald die vortheilhafte Wirkung davon gewahr werden. Da indeß eine gebückte Stellung oder eingezogene Brust bei Kindern oft von Schwäche herrührt, so muß man zugleich Brust und Rücken täglich mit kaltem Wasser waschen, oder was noch besser ist, mit einem Aufguß mit Wein auf stärkenden Kräutern, oder auch allenfalls nur mit bloßem Wein oder Branntwein.

Durch Anwendung dieser beiden Mittel, des Bretchens und des stärkenden Waschens, wird man auch gewiß dem besonders jezt so gewöhnlichen Hervortreten der einen Schulter zuvorkommen, und es sogar heben, wenn es nicht schon sehr schlimm geworden. Es versteht sich, daß hier nicht von wirklichen Verkrüppelungen durch Verrenkung, Fall u. s. w. die Rede ist, sondern nur von dem durch schiefe Haltung, öfteres Heben und Tragen auf einer Seite u. dgl. erzeugten Hervortreten der einen Schulter, was dennoch, wenn man nicht bei Zeiten darauf achtet, eine wahre Unform wer­den kann. Um diesem Uebel zu entgehen, gestatte man auch Kin­dern nicht, sich in schiefer Stellung anzulehnen.

Zu den für unanständig gehaltenen Bewegungen gehört auch,