Vitrundzwanzigſtes Kapitel. 211
bei den Menſchen zur höchſten Tugend vergeiſtigt werden, zur allgemeinen Menſchenliebe!—
Sie müſſen Trumpf bekennen, Herr Paſtor, wir verlieren ſonſt die Partie, erſcholl eine Stimme aus der Herrenſtube dazwiſchen.
Der Förſter aber ſtand auf, Allen eine gute Nacht wünſchend, winkte ſeinen Gefährten und ergriff ſeine Doppelflinte. Als die Jägersleute zum Weggehen gerüſtet waren, wandte er ſich noch einmal an ſeine Zuhörer und ſagte ernſt: Wir könnten noch manchen Abend über dieſe wichtigen Dinge reden, vielleicht kommen wir bald wieder einmal zuſammen; denn Niemand ſollte als ein Fremdling in der Natur gefunden werden; wären wir alle Naturmenſchen, in dem höhern Sinne, daß wir mit Selbſtbewußtſein die Natur und uns in ihr erkennten, wahrlich, es ſtände beſſer um uns und um die Welt da draußen! Was erleuchtete Männer ſeit Jahrtauſenden uns gepredigt haben: Ihr Menſchen ſeid Brüder und göttlichen Geſchlechtes, würde dann erſt recht verſtanden, recht empfunden, recht bethätigt und beſtätigt werden!— Ich bin kein Gelehrter, aber das Wenige, was ich Euch agen konnte, möge Euch ein Anhalt zum weitern Nach— denken über die uns umgebende Natur und ihren Ur— heber ſein, möge Euch zur Achtung Eurer niedern Mitgeſchöpfe leiten; denn ſie ſind, wie Alles, was Ihr
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