Jahr 1655 wurde er vom Erzbischof von Mainz zum Pfarr- dekan in Bingen am Rhein ernannt. Kaum hatte er hier drei Jahre mit unermüdetem Eifer für die Ehre Gottes und das Heil des Racksten gearbeitet, als ihn der Herr am 20. Mai 1658 zu Sich rief im fünfundvierzigsten Jahre seines Lebens. Sein Tod entsprach ganz seinem Leben: er entschlief wie ein Heiliger, wie er auch von Kindheit an wie ein Heiliger gelebt hatte.
Unter den von ihm hinterlassenen Schriften ist die bedeutendste die „Auslegung der Offenbarung des heil. Johannes". Es ist eine allgemein verbreitete Meinung, daß er besondere Erleuchtungen von oben erhielt, um dieses Werk zu schreiben. Auf die an ihn gestellte Frage, wie er in seiner Arbeit verfahren sei, gab er selbst zur Antwort: „Nicht anders, als wie ein Kind, das unter fremder Leitung und Handführung schreibt."
Er theilt die Geschichte der Kirche in sieben Zeitalter, welche in der heiligen Weissagung mit großer Bestimmtheit bezeichnet und in wiederholter Aufeinanderfolge von einander unterschieden und einzeln geschildert werden. Diese sieben Epochen oder Zeitabschnitte sind:
1. Der Säet st and — von Christus und den Aposteln
bis auf Kaiser Nero: F
2. Der befruchtende Stand — von den zehn Christenverfolgungen bis auf Constantin den Großen;
3. Der Lehrstand — von Papst Silvester I. und Kaiser Constantin bis auf Papst Leo Hl. und Kaiser Karl den Großen;
4. Der Friedensstand — von Leo 111. und Karl den: Großen bis auf Papst Leo X. und Kaiser Karl V.;

