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nach Spanien auch durch Piemont gekommen und habe daselbst ihren Vätern das Evangelium gepredigt, Davon, meinten sie, rede Paulus selber in seinem Briefe an die Römer, wenn er Cap. 15, 24 sage: „Wenn ich reisen werde in Hispanien, will ich zu euch kommen. Denn ich hoffe, daß ich da durchreisen und euch sehen werde, und von euch dorthin geleitet werden möge; so doch, daß ich zuvor mich ein wenig mit euch ergötze." Wiewohl nun davon die Geschichte weder Grund noch Zeugniß gibt, so hat man’S doch lange und gerne geglaubt aus lauter Hochschätzung vor den christlichen Tugenden dieses Völkleins. In Wahrheit aber verhält es sich mit der Waldenser Alter vielmehr so, daß sie aus dem Ende des 12. Jahrhunderts herstammen und zwar von dem um die Zeit von 116CT wohlbekannten Peter Waldus, als ihrem Stifter und Stammvater. Dieser Waldus, der aus dem Städtchen Vaux gebürtig war, trieb anfänglich die Handelsschaft zu Lyon, einer Stadt im südlichen Frankreich. Sein Gewerbe trug ihm auch viel Geld ein und er ward ein reicher Mann. Dabei aber hatte er auch ein tiefes und frommes Gemüth, und das konnte durch Geld und Gut nicht ausgefüllt werden, noch auch befriedigt durch das Wesen der christlichen Kirche damaliger Zeit. Es mag in der ungestillten Seele des Mannes ein längerer Kampf vorgegangen seyn, bis es endlich bei ihm zur Entscheidung kam. Einstmals aber geschah dieß, wie bei unserem Luther, durch ein äusseres Ereigniß. Ein lieber Freund starb ihm plötzlich

