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— Wollüstling — Liebhaber von Musik, Gemälden und Alter- ^ thümern (diese letztere Leidenschaft hatte er in Holland, dem klas- ^ fischen Lande dieser Manie, angenommen) und unter seinen ^ Maitressen stand die Prima Donna des königlichen Theaters fortwährend oben an, so wie sein Pferdestall, welcher die schön- m sten Pferde von mecklenburger und englischer Race enthielt, als ^ ein Muster galt; und so konnte Herr von Vaudrey, dem sein | ungeheures Vermögen das ausgezeichnetste Haus in Amsterdam M zu führen erlaubte, sich langer als jeder Andere mit gewissen , (n Täuschungen blenden, die Leuten von seinem Alter und besonders ^ von seinem Geiste immer sehr theuer sind. ^
Ich sage, besonders von seinem Geiste .... weil das • Sittliche des Grafen, durch das Uebcrmaß abgenutzt, bedeutend ^ gesunken war .... und dann. . . . kurz, Herr von Vaudrey rai war nie etwas Anderes, als ein geistreicher Mann gewesen, und ^ obendrein, blos mit jenem Geiste impertinenter Dreistigkeit, jener g (; spöttischen und schimmernden unverständlichen Sprache begabt, , n welcher die Anmuth und das Feuer der Jugend allein Glanz ^ und Reiz verleihen. Aber so wie dieses Feuer erlischt und a diese Anmuth sich verwischt, verschwindet auch nach und nach ^ jener Geist, der, sozusagen, nur der Wiederschcin, nur der w Ausdruck, nur die Sprache davon ist .... oder wenn es fort- !M] lebt, so sticht es alsdann von dem Alter auf die traurigste und ^ lächerlichste Weise ab. . 35,
Sonach müssen Männer von dem Alter und der Wichtig- ^ fett des Grafen, welche darauf beharren, in der Welt zu leben ^ und das Weltleben sortzuführen, entweder dieses fühlbare Ab- nehmen der Kräfte durch den imponirenden Charakter irgend ^ einer politischen Stellung verbergen, und sich auf edle Weise hinter ihrer Wichtigkeit verschanzen, was ihnen mit Würde, ^ Stillschweigen und jenem feinen Takte, den sie durch ihren Um- ^ gang mit der besten Gesellschaft erlangt haben, sehr leicht wird, ^
■— oder sie müssen sich gutmüthig darein ergeben, die Vertrau- ten der jungen Weiber, die Führer der jungen Leute zu werden, ^ recht laut von ihrem großen Alter sprechen, sich noch weit älter ^ machen, als sie es sind, sich gänzlich bedeutungslos darzustellen ^ suchen und bisweilen einen Äerger, eine Gelegenheit benutzen, ^ oder sich den Dienst eines guten Rathes bezahlen lassen. _ , Tj lt Aber Herr von Vaudrey wollte zu keinem solchen ernicdn-

