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Vorlesungen halten. Buße beschäftigt sich besonders mit Augenkrankheiten, deren sehr viele im Polyklinikum Vor­kommen, wo man aber unter dem Haufen der Studirenden drängen und stoßen muß, ehe man etwas sieht. Eine kleine Apotheke ist anstoßend an das Audienzzimmer, aus dem in dringenden Fällen sogleich receptirt und die von einigen dienstbaren Geistern versehen wird. Für's Chirurgische ist der berühmte Bernstein vorhanden, ein kleiner, dicker, sehr gefälliger, aber stiller Mann, der aber im Polyktinikum sehr selten Gelegenheit findet, seine Talente auszuüben, in­dem selten etwas Chirurgisches, außer Augenkrankheiten, vorkömmt. Er ist Aufseher über die Sammlung chirurgischer Instrumente und Modelle, die sehr groß und merkwürdig ist und die er mit vieler Gefälligkeit zeigt und dabei im Er­zählen von Anekdoten unerschöpflich ist, weil er immer die gleichen wiederholt. Tort traf ich Hrn. Toctor S. von Ham­burg an, der in Montpellier und Wien studirt hatte, nach Tübingen kam, den Doctorhut zu holen, und gewaltig vielen Wind und Aufsehen machte, aber ganz still abzog, als ihm sowohl Philosophie als auch Medici» und Chirurgie die Doktorwürde verweigerten, weil er statt Kenntnisse einige verwirrte naturphilosophische Begriffe zur Schau brachte. In Würzburg erhielt er diese Würden ohne anders, und in Berlin wurde er von den Professoren mit besonderer Achtung und Auszeichnung behandelt, als er eine Revue von einigen Tagen daselbst hielt. Kleider machen Leute und Worte gelten heute.

3. Gräfe's chirurgisches Institut. Ein Haus ist demselben gewidmet. Täglich werden in einem amphitheatralisch ein-